Liebesgedichte sind wie Blumen, die man schenkt.
Sie brauchen Zeit, wie die Blumen das Wasser, bis ihr Duft unsere Herzensräume erfüllt und ihre Farben unseren Geist umstrahlen.
Sie brauchen uns zum Ausmalen, zum Weiterschenken, damit sie lebendig werden, wehen und wirken, ganz tief, ganz weit.
Nicht rot genug ist das Rot der Morgenröte.
Nicht blau genug ist des Himmels Blau,
zu malen meines Herzens süße Nöte,
zu fassen, was ich träumend schau.
Nicht heiß genug glüh’n der Lava Brocken.
Nicht hoch genug türmen Wolken sich.
Mein pochend’ Herz gerät ins Stocken.
Du Traum von Frau erschütterst mich.
So tief, wie ich bis ins Mark erröte,
so wild, wie ich trunken tanz’,
so sanft, wie der Klang der Hirtenflöte,
erfüllt mich Deiner Lippen Glanz.
So, wie ich in mir lachend weine,
so sehr, wie ich wünsch’ bei Dir zu sein,
so fleh’ ich: Bitte! Du! Erscheine
und lad’ mich blühend zu Dir ein.
Küss’ mich mit der Morgenröte!
Tränk’ mich mit des Himmels Blau!
Stille meines Herzens heiße Nöte,
wenn ich trinke Deiner Blumen Tau.
Frech funkelndes Feuer färbt Deine Augen.
Zeig mir, dass Deine Flammen was taugen!
setz’ mich lodernd in Brand
ohne zu brennen mein Land.
Wild wuchernde Wildnis versinkt in Deinen Flammen,
welche Wege geh’n wir? Geh’n wir zusammen?
Was ist Dein heiliger Wille?
Mit ihm mich heilend erfülle.
Bunt blühende Blüten bekleiden meine Dornen.
Blutrot blinkende Perlen füllen sich mit Kernen.
Farben-frohe Lebenskraft,
aus unser Blätter Zuckersaft.
Safrangelbe sengende Sonne segne so buntes Land.
Schau wie hat sich Wüste zu Wäldern gewand.
Alles brennt in unendlichen Farben,
Verschlossen sind harte, tiefste Narben.
Weich weit wellendes Wort weht über diesem Ort.
Zitternd zärtliche Zartheit zieht mich farbenfroh fort.
Der Sonne warmer Segen sanft verklingt,
Deine Liebe schweigend schweigend gewinnt.
Ich träume immer wilder von Dir.
Doch meine Träume sind nur hier in mir,
wie ein Nebel, der sich um mich legt
und meine rosa getönte Brille beschlägt.
Wer bist Du? Du traumhaftes Wesen, so wild, so weit.
Du Mensch, versteckt und verborgen,
mit Ecken, Kanten, Schätzen, Sorgen, …
Ich sehe nur ein leuchtend bunt tanzendes Kleid.
In vielen Büchern finden sich gute Gedichte moderner Autoren, die im Netz noch nicht frei zugänglich sind.
Stellvertretend sei “Ich teile den Mond mit dir!” (Liebesgedichte von ) oder auch sein Gedichteband “Ich will Dich lieben” genannt.
Das beste Gedicht im letztgenannten Büchlein ist: “Lass mich los”.
Ulrich Schaffer beschreibt hier wie ein Partner an den anderen Forderungen stellt, Rechte anmeldet.
Der andere fühlt sich unter Druck und kann nicht mehr frei geben, schenken, lieben.
Ihm geht die Luft aus unter diesem Griff und er bittet: “Lass mich los, damit ich zu Dir kann!”
Klar ist es wichtig seinem Partner auch seine Wünsche und Sehnsüchte, seine Nöte und Bedürfnisse mitzuteilen,
aber da ist ein schmaler Grat zwischen Selbstoffenbarung und Bitte oder Forderung und Appell.
Man kann nicht um etwas bitten, dass eingefordert werden muss und nicht etwas fordern, um das man nur bitten kann.
Manche hören aber auch aus allem einen Appell heraus, selbst aus Geschenken und der Stille.
(Das Gedicht ###Komm#lass#mich#los!### ist aus der Erinnerung an dieses Gedicht von Ulrich Schaffer entstanden.)
Sonstige Texte, Gedichte und Meditationen von im Netz:
http://emj57.wordpress.com/2009/07/30/ulrich-schaffer/ http://www.youtube.com/watch?v=taRTZyMMiVM Der heilige Raum
http://www.onko-kids.de/kidsfuerkids/meike.htm www.pachizefalos.de/bilder/gefuehle-ulrich-schaffer.gif Gestaltung: http://www.pachizefalos.de/sprueche.htm Auf seiner Homepage möchte Ulrich Schaffer sich “zugänglich” machen und mit seinen Lesern über Fotos, Texte und Gedichte kommunizieren. Er hat einfach ein feines besonderes Empfinden und Lebensgefühl.
Liebesgedichte alter MeisterInnen
Im Netz finden sich dankenswerterweise einige sehr schöne thematisch geordnete Zusammenstellungen und Sammlungen von Liebesgedichten alter Meister.
Weitere Gedichtesammlungen:
Neben den genannten Sammlungen zu modernen und klassischen Liebesgedichten präsentieren viele Webseiten kleine Sammlungen eigener Gedichte oder eigene Zusammenstellungen anderer Autoren.
Am besten zu finden sind diese Sammlungen über www.dmoz.org: Liebesgedichte bei dmoz.org (Deutsch) Lyriksammlungen allgemein bei dmoz.org
Besondere Liebesgedichte
Hier eine kleine Auswahl besonderer Gedichte:
Was es ist (Erich Fried, Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte … es ist was es ist sagt die Liebe …)
(siehe weitere Artikel über den jüdischen Dichter Erich Fried und weitere Liebsgedichte von ihm, ebenfalls mehrsprachig)
Von der jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler finden sich einige berühmte Liebesgedichte im Netz. “In ihrem Werk nimmt Liebeslyrik einen breiten Raum ein.”
Ein alter Tibetteppich
Deine Seele, die die meine liebet,
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.
Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.
Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,
Maschentausendabertausendweit.
Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,
Wie lange küßt dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?
(zitiert aus dem Wikipediaartikel)
Weitere Zitate aus ihren Gedichten:
“Wenn du da bist,
Bin ich immer reich.
Du nimmst mich so zu dir,
Ich sehe dein Herz sternen.”
aus Mein Liebeslied
“Ich liege unter Deinem Lächeln” aus “Siehst Du mich” (Genial, wie sich hier unterliegen, erliegen und das erotische Liegen verbinden und transzendiert werden zu einer warm lächelnden Frühlingssonne, die das Leben erblühen lässt.)
“Und meine Arme umloderten ihn.
Nie schürte sich so mein Blut zu Bränden,
Gab mein Leben hin seine Händen, …” aus “Eros”
Mondnacht
Ein besonderes Liebesgedicht ist Mondnacht von Joseph von Eichendorff.
Das Thema ist eigentlich nicht die Liebe, sondern wie das sanft schimmernde Licht des Mondes die Wirklichkeit verzaubert.
Und gerade in diesem Verzaubern und stillem Küssen kommt dieses Gedicht der Liebe so nah!!!
Mondnacht
Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst’.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
(Die Liebesgedichte bilden und bildeten eine Brücke zwischen Menschen verschiedener Kulturen und Sprachen! Das wird hier besonders am Hohen Lied, seiner Überlieferung und seinen vielfältigen Übertragungen deutlich.)
Flirtgedichte
Liebe ist etwas ernstes, großes, schweres. Flirten ist tanzende Leichtigkeit, neckisches Spiel, offene Begegnung.
Viele Liebesgedichte sind in oder aus Flirts entstanden, weil Dichtung dieses Spiel, diese Freiheit und Kreativität braucht. Deswegen können manche Gedichte in solchen Situationen bereichern und inspirieren. Zu oft aber versucht man gerade diese Gedichte als Werkzeug, als Machtmittel, als bloße Türöffner zu verwenden und raubt ihnen genau diese Leichtigkeit, aus der sie geboren sind. So kann das beste Liebesgedicht zum Flirtstopper werden oder in Machtflirts unter Druck setzen.
(LESENSWERT: J. Dieker-Müting: Vom Anbaggern zum Flirten. Flirten als Lebensform. Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studenten, Karlsruhe 1999 (hier als PDF), inzwischen auch als Buch erhältlich)
Eros dichtet
Einige Liebesgedichte wagen erotische Anspielungen, Bilder und Vergleiche, weiter noch gehen erotische Gedichte.
Und doch wird durch die Sprache, das Körperliche wieder verlassen oder besser verbunden und eingebunden in Geist und Seele, Sehnsucht und Lieben, Freude und Traum, Tanz und Ton.
Die Kraft der Erotik verbindet sich mit dem Tanz der Wörter und warum soll Eros nicht selbst zur Sprache kommen, wo er doch die Quelle und treibende Kraft so vieler Liebesgedichte (auch der über die enttäuschte und unglückliche Liebe) ist.
Schöne Beispiele finden sich:
Bei Pablo Neruda in den Versen des Kapitäns.
Zitat aus “Der Brunnen”:
“Mein Leben, du wirst
in dem Brunnen, worein du fällst,
nicht finden, was ich dir oben aufbewahre:
einen Jasminzweig voll Tau,
einen Kuss, noch tiefer als dein Abgrund.”
Zitat aus “Ich fühle Deine Sanftheit”:
“Ach mein Falter du, mein Taubengurren,
ach, mein Trinkglas, mein Bach du, ach meine Gefährtin!
Kam mein Lockruf, sag mir, kam er zu Dir
in den klaren Nächten mit den frostigen Sternen,
jetzt im Herbst, im gelben Tanz
der hungrigen Winde und fallenden Blättern?
Sag mir, kam er zu Dir
heulend, oder wie, oder schluchzend,
in der Stunde des vergorenen Blutes,
wenn die Erde wächst und pulsierend sich biegt
unter der Sonne, die sie streifig überzieht mit ihren Bernsteinschweifen?
Sag mir, fühltest du mich,
wie ich emporklomm bis zu Deiner Gestalt durch alles Schweigen
und alle Worte?”
Zitat aus “Nicht nur das Feuer”:
“Ach meine Leben,
nicht nur das Feuer brennt zwischen uns,
sondern das ganze Leben,
die schlichte Geschichte,
die schlichte Liebe
einer Frau und eines Mannes
nicht anders als alle.”
Viele moderne Liebesgedichte finden sich nicht in Büchern, sondern vertont auf CDs und oft schon wieder vergessen auf Schallplatten. Mal stehen die Songtexte im Netz, manchmal aufgrund der Verwertungsrechte auch diese nicht.
Tief in mir darf ich fühlen,
was es heißt sich zu lieben,
sich ganz und gar zu verschenken,
an nichts andres mehr zu denken.
Tief in mir darf ich fühlen,
was es heißt sich zu lieben,
wie auf Wolken zu schweben,
von der Erde ab zu heben.
Tief in mir darf ich fühlen,
was es heißt sich zu lieben, …
Dieses Lied lässt sich gut miteinander singen oder vorsingen, selbst unplugged und ohne Instrumentalbegleitung!
Und man kann es beliebig weiterdichten:
Tief in mir darf ich fühlen,
was es heißt Dich zu lieben.
Tag und Nacht von Dir nur zu träumen,
keinen Kuss will ich versäumen.
Tief in mir darf ich öffnen,
mein zartes Herz, um Dich zu lieben,
mit Dir zum Himmel zu fliegen.
und unsere Ängste zu besiegen.
Tief in mir darf ich träumen,
einen Garten voll mit Bäumen.
Seine Blüten will ich Dir geben,
zu seinen Früchten Dich hochheben.
Tief in mir so ein Hoffen,
steht Deine Tür mir heute offen?
Ich trete ein, Dich zu grüßen,
will Dein Leben Dir versüßen.
Tief in mir darf ich spüren
unserer Liebe Wachsen, Blühen.
Lachend kommst Du entgegen,
um deinen Arm um mich zu legen.
Weit in mir darf ich träumen,
von den Häusern und den Bäumen,
die wir zusammen erbauen,
deren Früchte wir einst schauen.
Du und ich, wir fühlen,
Soviel Lust, so heißes Glühen.
Wie im Traum, wir versinken,
weil wir aneinander uns betrinken.
Tief in uns spür’n wir’s beben
unser süßes wildes Leben.
Was die Tage uns auch bringen.
Immer lass von Liebe uns singen.
Tief in uns ist zu spüren
der Liebe Kraft, ihr stilles Glühen.
Kommt es mit uns zu teilen!
Diese Wärme kann euch heilen.
O Ruddier Than The Cherry In Acis und Galatea von Händel findet sich eine Bassarie des Zyklops Polyphemus, in der er seine Liebe zu Galatea beschreibt.
Refrain:
Ich will Dir treu sein,
wie mein alter Schirm mir treu ist.
Wenn er auch nicht mehr ganz neu ist,
lässt er mich doch nicht im Stich.
Kommt vom Westen her mir Regen
und vom Osten Schnee entgegen,
trotz ich allem kühn verwegen,
denn mein Schirm beschirmet mich.
1. Wer zählt die Flure, die Abteile,
wo ich ihn schmählich schon vergaß?
Doch meistens währte es nur eine Weile,
bis ich ihn irgendwo im Fundbüro auflas.
Doch meistens währte es nur eine Weile,
bis ich ihn irgendwo im Fundbüro auflas.
Will ihn ein Dieb mir frech entwinden,
so geb ich nach mit heitrem Blick.
Soll er die Makken doch alleine finden,
dann bringt er ihn von selbst zurück.
Soll er die Makken doch alleine finden,
dann bringt er ihn von selbst zurück.
Refrain
2. Dein alter Schirm an Regentagen,
wenn Dir der Wind des Lebens durch die Locken bläst.
Das will ich gerne sein, doch Du musst mich auch tragen.
Du wirst nicht trockener, wenn Du mich hängen lässt.
Das will ich gerne sein, doch Du musst mich auch tragen.
Du wirst nicht trockener, wenn Du mich hängen lässt.
Und sollt mir je zu Kopfe steigen,
dass ich ein wenig höher schweb als Du,
dann kannst Du mir ja meine Grenzen zeigen:
Dann hol mich runter und dann klapp mich einfach zu!
dann kannst Du mir ja meine Grenzen zeigen:
Dann hol mich runter und dann klapp mich einfach zu!
Refrain
3. Sollt ich als Schirm nach vielen Jahren nichts mehr nützen,
mit rostiger Krücke, ausgefranst und halb verdreht,
kannst Du doch Deine alten Glieder auf mich stützen
und kannst gestützt mich tragen, bis es nicht mehr geht.
Nun gut, dann bleiben wir halt beide ruhig sitzen,
weil über uns ja noch der Schirm des Höchsten steht.
Refrain
Ich kann mir dir verbieten, aber ich kann dir mir nicht verbieten!
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( Letzte Änderung am 11.04.2011 )
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