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Wege
Suche die Liebe!
Schütze das Leben!
Verehre das Heilige!
Sei Du selbst!
Gestalte diese Welt!

und Worte
Die Situation
Die Grenzen
Das Netz
Die Begegnung
Das Auslegen







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 (Links aus KE-Interaktion)  

Selbstsichten und psychosoziale Grundstrukturen

Wer bin ich? Ich und Du Modell der Herzen Bewusstseinsrad

THEMEN
WER BIN ICH? und Wie werde ich ich selbst?
Beziehungsmodell auf der Basis eines Selbstmodells mit 5 Ebenen
Psychosoziales Modell der Selbststeuerung und der Lebensbereiche
Bewusstseinsrad und Fehlerrad - unsere inneren Denkprozesse


Die Basismodelle von Schulz von Thun

Wer sich und seine Mitmenschen besser verstehen und ganz real intensiver interagieren will, der sollte sich unbedingt und immer wieder mit den Arbeiten von Schulz von Thun beschäftigen.
Auf seiner Website finden sich 6 grundlegende Kommunikationsmodelle, die für die Sicht auf das eigene Selbst und für die intrapersonelle Kommunikation sehr wichtig sind:
Es sind dies im Einzelnen:
Das Wertequadrat (Werte müssen durch konkurrierende Werte ausgeglichen werden, um nicht zu übertreiben!)
Das Riemann-Thomann-Modell (Dauer und Wechsel, Nähe und Distanz sind die Grundpole unseres Seins!)
Das Situationsmodell (Jede Situation hat eine Vorgeschichte, Inhalte, Beteiligte und Ziele!)
Das Kommunikationsquadrat (Jede Botschaft hat 4 Ebenen! Wichtig ist die Ebene der Selbstoffenbarung oder Selbstkundgabe. Mit jeder Aussage stelle ich mich bewusst selbst dar, enthülle aber auch ungewollt und unbeabsichtigt etwas von mir! Hilfreich sind Ich-Botschaften, um explizit und klar seinen Standpunkt zu vertreten!)
Das innere Team (Aus dem zerstrittenen Haufen der gegensätzlichen inneren Stimmen ein Inneres Team machen!)
Der Teufelskreis (Teufelskreise verlassen, in denen alle “nur” reagieren und sich alles hoch schaukelt oder ohne Fortschritt unsinnig endlos weiter läuft!)

weitere Texte und Arbeiten von Schulz von Thun:
Die Kommunikationsstile nach Schulz von Thun
1. Der bedürftig-abhängige Stil
2. Der helfende Stil
3. Der selbst-lose Stil
4. Der aggressiv-entwertende Stil
5. Der sich beweisende Stil
6. Der bestimmende-kontrollierende Stil
7. Der sich distanzierende Stil
8. Der mitteilungsfreudig-dramatisierende Stil
Jeder dieser Stile hat seine kommunikativen Eigenarten, seine Stärken, seine Ergänzungsbedürftigkeit („Entwicklungsrichtung“) und seine Anfälligkeit für zwischenmenschliche Verstrickungen („Teufelskreis“).

Im Team darf es auch mal knallen!
Kommunikation ist Chefsache!
eine Vielzahl weitere Modelle und Diagramme finden sich hier Beispiel Lernmodell Beispiel ThirdSide Beispiel Thomas-Kilmann Konfliktmodelle

Hinweis: Organon-Modell (Vorläufermodell zum Kommunikationsquadrat)

Das Organon-Modell von Karl Bühler (1934) ist ein Vorläufer des Kommunikationsquadrats oder 4-Seiten Modells.
Jedes Sprachzeichen ist für Karl Bühler “Symbol kraft seiner Zuordnung zu Gegenständen und Sachverhalten, Symptom (Anzeichen, Indicium) kraft seiner Abhängigkeit vom Sender, dessen Innerlichkeit es ausdrückt, und Signal kraft seines Appells an den Hörer, dessen äußeres oder inneres Verhalten es steuert wie andere Verkehrszeichen.” (Sprachtheorie: die Darstellungsfunktion der Sprache, 1934, S.28) (Appell als Signal und Selbstoffenbarung als Symptom)


WER BIN ICH? und Wie werde ich ich selbst?

Zum Thema “Wer bin ich?” eine kleine Übersichtsdarstellung.
Die drei Aspekte Selbstwertschätzung, Selbstkonzept oder Selbstbild und Selbstdarstellung sind Wikipediaartikeln über Selbstwert und Selbstsicherheit entnommen (siehe dort). Der 4. Aspekt Selbstdisziplin/Selbstkontrolle und Selbstorganisation wurde extra dazu genommen.
Alle Bereiche wurden mit sprechenden Sätzen ergänzt. Die Betonung liegt hier auf der Aktion, den Prozessen, dem Verb und nicht auf dem statischen Fachbegriff.

Selbstorganisation (Selbstregulation), Selbstdisziplin, Selbstwertschätzung, Selbstkonzept, Selbstbild und Selbstdarstellung als Grundbereiche, in denen klar wird, was ich kann und in denen es wichtig ist, sich zu stärken, zu entwickeln und zu verbessern. Alle vier wirken natürlich auch intensiv zusammen, integrativ zu meinem ICH.

Selbstkontrolle: Um sich zu organisieren und Selbstdisziplin zu verwirklichen ist Selbstkontrolle wichtig. Man darf jedoch nicht übersehen, dass vieles in uns nicht ganz kontrollierbar und steuerbar ist. Vieles steuert sich selbst, verläuft autonom und automatisiert, nach eigenen Regelkreisen und Rückkopplungen. Anderes wird schon unterbewusst abgewehrt oder eingeordnet. Ähnlich dem sich selbst steuernden vegetativen Nervensystem oder der vielfältigen automatischen Rückkopplungen, die Reflexe und Körperhaltung bewirken, wird auch in unserem Geist und unserem Denken vieles automatisch generiert. Träume, Wünsche, Ideen, Impulse, Bewertungen, Kritik, … Energie oder Lustlosigkeit, Ärger oder Spaß, … vieles kommt und geht ohne, dass wir vorher gefragt werden. Wir können manche Auswirkung verhindern, manches dumme Wort nicht aussprechen, aber oft nicht allzu viel früher eingreifen. Wir können uns etwas erziehen, austricksen, uns Strukturen angewöhnen (Arbeitsgewohnheiten), uns anpassen an uns selbst, damit wir uns nicht ständig überfordern, mit uns streiten und auf Ereignisse mit anderen Wahrnehmungen und Gefühlen reagieren können.
Wir können versuchen aus Fehlern (Kritikkompetenz) und Erfolgen (positive Verstärkung) zu lernen. Eine absolute Kontrolle über uns haben wir aber normalerweise nicht.
Das ist keine Entschuldigung dauernd dieselben Fehler zu machen oder andere zu nerven. Wir müssen nur unser Sosein zuerst verstehen und akzeptieren, bevor wir lernen können, uns wirklich gut zu steuern. Selbstanalyse, die Zeit, die wir damit verbringen über uns nachzudenken und mit Freunden oder Meistern über uns zu sprechen, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für unsere Selbstkontrolle. Aber auch viele kleine Übungen oder Erfolge in Teilbereichen können uns weiterhelfen!
- Übungen um Emotionen zu kontrollieren: Hier hilft uns eine bewusste Änderung unserer Atmung oder die Änderung unserer inneren Sichtweise. (Die Selbstoffenbarung des andern sehen und nicht den Angriff auf unser Selbst!) Selbst einfaches Abreagieren unserer körperlichen Bedürfnisse und Spannungen macht uns ausgeglichener (Sport, Tanzen, Singen, ….).
- Übungen, um auf die spätere Belohnung zu warten, angesichts der schnellen Verführung: Selbstkontrolle hängt mit dieser Fähigkeit zum Belohnungsaufschub eng zusammen.
- Übungen mit kleinen Selbstbelohnungen und Selbstlob beim Erreichen von überschaubaren Zielen: Selbstkontrolle beginnt im kleinen!
- Übungen der Situationsgestaltung: Man kann die Nähe von fördernden und motivierenden Umgebungen suchen oder versuchen Situationen und Umgebungen mit hohen Gefahren des Kontrollverlusts zu vermeiden. Allein zu lernen, dass wir jederzeit die Sitation verlassen können, innerlich oder real, hilft uns, nicht so ausgeliefert zu sein. Kinder haben eine hohe Kreativität, die Wartezeit beim Belohnungsaufschub zu meistern und sich dadurch besser zu kontrollieren.
- Übungen zum kontrollierten Kontrollverlust: Im Rahmen von Spielen, Theaterrollen oder Meditationen gibt es immer wieder kurze Zeiten des geregelten Überschwangs, des erlösenden Lachens, des Verrücktspielens, des Wild-Seins, des Aus-der-Rolle-Fallens. Auch solche Übungen helfen, Verkrampfungen, Blockaden und ungesunde Spannungen zu meistern, um mit mehr Möglichkeiten auch in schwierigen Situationen klarzukommen.
- Übungen zum Selbstbild: Ich bin der ich mir vorstelle zu sein, ohne mich zu überschätzen oder zu verzerren. Ich bin nicht der, der ich war! Das sind nur meine vergangenen Möglichkeiten. Meine Werte, Träume, Ziele und Wünsche steuern und befeuern meine Selbstkontrolle!
- Übungen zur Kritikkompetenz: Um sich selbst zu kontrollieren, zu motivieren und zu stärken kann man in vielfacher Weise seine Netzwerke, Teams, Freundeskreise einbinden. Alle vier Grundbereiche (Selbstorganisation, Selbstdisziplin, Selbstwertschätzung, Selbstkonzept, Selbstbild und Selbstdarstellung) werden nicht im stillen Kämmerlein entwickelt, geprüft und verwirklicht, sondern in vielerlei Interaktionen mit seinen Mitmenschen, im Ausfüllen seiner Rolle, im Behaupten und Integrieren, in jeder tiefen, ehrlichen Begegnung, …..!

Selbstwert(schätzung) und Selbstbild: Zum Wikipediaartikel hier noch ein wichtiger Punkt. Ein tiefes Verständnis der inneren Vorgänge des dreidimensionalen Wachsens unseres Körpers und alles Lebendigen um uns herum, kann unser Selbstbild verändern und uns helfen Heilungsprozesse oder Entwicklungen, ja auch Alterungsprozesse zu bewundern. Das hilft uns auch, das Materielle, das Körperliche nicht gering zu schätzen (Gnosis, unreine Welt im Gegensatz zu reiner heiliger “Geistigkeit”), sondern gerade diese Weltlichkeit zu feiern, tief zu erleben, auch mit allen “negativen” Emotionen!

Selbstwirksamkeit: Bei diesem psychologischen Konzept geht es darum, ob ein Mensch daran glaubt, selbst etwas bewirken und sein Schicksal durch sein eigenes, selbstständiges Handeln beeinflussen zu können. Es bezeichnet die Erwartung oder die Einstellung, die wir zu der Wirksamkeit unseres Handelns haben. Das Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit, in die eigene Stärke, ist ein wichtiges Merkmal der Resilienz. Gerade im religiösen Bereich oder im Bereich der Erziehung werden Sätze vom prinzipiellen Versagen verankert und es besteht die Gefahr Hilflosigkeit zu erlernen. (Traumatisierung, Posttraumatisches Belastungssyndrom, Frozen People)

Selbstschutz: Um sich selbst zu stärken und seine Selbstwirksamkeit, Stabilität und Selbstsicherheit zu erhöhen ist es wichtig, seine Grenzen zu verteidigen (5 Häute, Distanzzonen und persönliche Grenzen, Abwehrmechanismen, Ich-Botschaften, Nein-Sagen) sich zu schützen (etwas nicht persönlich sondern als Selbstoffenbarung des andern sehen, Helfersyndrom ablegen, Grenzen setzen, narzisstisch/selbstbewundernd sein)
Das eigene soziale Netz (soziale Interaktion) kann uns schützen (soziale Unterstützung) oder die Quelle von Angriffen (Mobbing) oder sozialer Unterminierung sein.
Die Aufforderung “Schütze Dich!!!” ist immer wieder neu zu durchdenken im Hinblick auf viele Bereiche (Körper, Gesundheit, Ernährung, Sport, Alltag, Verkehr, Basiseinkommen, Geist, Glaubenssätze, soziale Netze, “Freunde”, Werbung, ….) und unter Berücksichtigung vieler Risiken und Gefahren. Auch hier kann ein dem Liebesnetz analoges Netz aufgebaut werden und das Thema spielt in jeder Lebenssituation eine Rolle.

Probleme und Lösungswege bei der Selbstfindung, Selbststeuerung, Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung:
(Hier nur eine Liste zum vertiefen und durcharbeiten.)
Kategorie:Kognitive_Verzerrung (fehlt: emotionale Verzerrung!)
Kognitive Dissonanz
Abwehrmechanismen
Denkfehler
Selbsterfüllende_Prophezeiung
Vorurteile und ihre Ursachen
Kritikkompetenz

Dialogische Introspektion
Bewältigungsstrategie
Stressbewältigung
Theorie der Ressourcenerhaltung
Selbstregulation (Toleranz, Frustration)
Theorie der multiplen Intelligenzen

Selbstentwicklung in und durch die Kommunikation mit unserer Umwelt
Da uns Kommunikationsprobleme und Beziehungsstörungen, die wir in grundlegenden Beziehungen über längere Zeit erleben, beeinflussen und prägen, ist auch die Auseinandersetzung mit diesen Themen für unsere persönliche Entwicklung wichtig:
Die Kommunikationsstile nach Schulz von Thun (Welche Stile wende ich häufig an?)
Persuasive Kommunikation
Dramadreieck (Welche Rollen spiele ich meist?)
Überblick der Charakterstörungen (Beispiel: Narzissmus) (In welche Richtungen tendiere ich?)
weitere Formen: Alexithymie Gefühlsblindheit, Impulsivität, Neurotizismus, AHDS, Autismus, Aufschieben
Konflikt (Mediation, Schlichtung, …, Entscheidungen)
Beziehungsemotionen: (Minderwertigkeitsgefühl, Angst) (Wie gehe ich mit Konflikten um und welche Emotionen prägen meine Beziehungen?)
Konfliktlösungsstrategien:

(Zweidimensionales Modell der Konfliktlösungsstrategien Das Modell der Konfliktlösungsstrategien macht deutlich, dass immer zwei Seiten zusammenwirken. Wenn jemand beklagt: “Du zwingst mich …!” Dann kann dahinter die Vermeidung der Aussage (Selbstkundgabe) “Ich habe an diesem Thema kein Interesse!” stehen.)

Kommunikationsquadrat:

(Details dazu siehe hier.)
Das Kommunikationsquadrat macht deutlich, dass wir immer mehrdimensional reden, auch wenn wir das nicht wollen und dadurch in Widersprüche geraten.
Wir müssen uns klar machen, was wir dem Empfänger von uns mitteilen wollen, worüber wir ihn informieren wollen, wie wir zu ihm stehen und wozu wir ihn veranlassen möchten. Widersprüche ergeben sich, wenn wir eine Sache mitzuteilen haben, die sachlich richtig ist, aber im Widerspruch zu unserer bisherigen Beziehung steht. (Einem netten Kollegen muss ich sagen, dass sein Arbeitsergebnis unbrauchbar ist. Ein Lehrer gibt einem Schüler, den er mag, eine sachlich richtige fünf.) Kommunikationsprobleme entstehen, wenn ich sachlich reden möchte (Tagesplanung), der andere aber immer auf die Beziehungsebene geht. (“Du kontrollierst mich. Das habe ich nicht verdient. Und was machst Du für mich? …”)

Durch das Kommunikationsquadrat wird zweierlei deutlich:
1a. Ich als Sender entscheide, welchen Schwerpunkt ich beim Senden einer Botschaft setze! (Ich-Botschaft, Appell, Beleidigung, Lüge, Analyse, …)
1b. Ich kann nicht entscheiden oder bestimmen, welchen Schwerpunkt der Empfänger beim Hören setzt! (Wie und was er hören will und kann!)
2a. Ich als Empfänger kann nicht entscheiden oder bestimmen, welchen Schwerpunkt der Sender setzt! (Wie und was er sagen will und kann!)
2b. Ich entscheide aber, welchen Schwerpunkt ich beim Hören einer Botschaft setze! (Selbstoffenbarung, Appell, Beziehung, Sache, Non-Verbale Aussagen, …)
(Durch Spiegeln, Aufgreifen und Wiederholen von Aspekten, Ich-Betonung, Ich-Botschaften, … sollte man dem Kommunikationspartner deutlich machen, in welcher Weise man eigene Schwerpunkte setzt und immer neu nachprüfen/nachfragen, ob man die Schwerpunkte das anderen richtig deutet!)
Auf www.berufsstrategie.de werden 4 Zuhörertypen unterschieden: Die Sachlichen, die Sensiblen, die Handlungsorientierten und die Einfühlsamen.
Ebenso kann man Situationen unterscheiden, in denen Kommunikation stark handlungsorientiert, sehr einfühlsam, sehr sachlich oder sensibel (vorsichtig, unsicher, angespannt) stattfindet. Einzelne Ebenen spielen in diesen Situationen eine stärkere Rolle.

Methodenebene:
Neben der Sachebene und der Beziehungsebene wird in der Wirtschaft oft noch die Methodenebene gesehen. In Gruppen meint diese Ebene die Spielregeln und eingespielten Prozesse, Kommunikationswege und Anstandsregeln, die auf die anderen Ebenen modulierend einwirken. Es kommt oft darauf an, wie ich etwas darstelle, damit es gehört, weitergegeben und verinnerlicht wird und so die gewünschten Wirkungen in der entsprechenden Breite entfaltet.
Metaebene: Diese Ebene umfasst die Außensicht und die Umgebung einer Kommunikation. Zeitstrukturen, kulturelle oder religiöse Gegebenheiten gehören ebenso dazu, wie einen unbeteiligten Schiedsrichter oder eine dritte Person als unvoreingenommene Meinung dazu zu nehmen.

(Übertragung der Modelle und Theorien zur politischen Entwicklung auf die persönliche. Was aus diesen Modellen ist verwendbar?)


Beziehungsmodell auf der Basis eines Selbstmodells mit 5 Ebenen

Ausgehend von 5 Basisbereichen wurde hier zuerst ein Selbstmodell entwickelt. Die 5 Lebensbereiche oder Grundfragen wurden ähnlich den Chakren Körperregionen und Symbolen zugeordnet und sind aus einer kleinen Abendmeditation entstanden, um sich und alles, was heute los war, besser wahrzunehmen und den morgigen Tag besser zu planen.
Aus diesem Analysemodell oder Modell zur Selbstwahrnehmung und Selbststrukturierung wurde viel später ein kleines Beziehungsmodell als Arbeitsblatt für Paare, um sich gemeinsam zu hinterfragen und die eigene Beziehung besser zu verstehen.
Ausgangspunkt sind die 5 Grundaussagen jedes Einzelnen:
Ich brauche!
Ich fühle!
Ich lebe!
Ich bin!
Ich will!
Diese fünf Selbstaussagen umreißen die Grundbereiche der Ich-Botschaften. Narzisstische Menschen betonen sehr das “Ich bin” und “Ich brauche”. Kommunikativ-emotionale Menschen sehr das “Ich lebe”. Vielen fallen Ich-Botschaften grundsätzlich schwer, Abhängigen (“Ich brauche”) besonders das “Ich will”.

Zu den 5 Lebensbereichen jedes Einzelnen werden im 2. Schritt Beziehungsfragen formuliert und so aus dem Selbstmodell ein Beziehungsmodell.

5 Grundfragen der Selbstanalyse:

Die 5 Grundaussagen lassen sich als Fragen formulieren, die man sich selbst immer wieder stellen muss, um zu erkennen, wo man steht und welche Bereiche mehr Zuwendung und Unterstützung, mehr Lebensraum und Zeit brauchen.
Ich brauche! Was brauche ich? (Bedürfnisse, Lebensgrundlagen, Triebe, Kraftquellen, … - Energie und Liebe von außen)
Ich fühle! Was fühle ich? (Stimmungen, Energien, Träume, Sehnsüchte, Begeisterung und Angst, … - Energien und Liebe in mir)
Ich lebe! Wie lebe ich? (Gestaltung, Organisation, Struktur, Selbstbewusstsein und Lebenslust, …)
Ich bin! Wer bin ich? (Person, Bilder, Sein an sich und Sein als ganzes, insgesamt, …)
Ich will! Was will ich? (Ziele, Absichten, Wege, Weisen, Prozesse, …)

und ihre Verwendung als Beziehungsfragen unter Freunden:

Eine Beziehung ist etwas Drittes, zusätzlich zu dem Ich und dem Du.
Daher kann man das Modell auch hier anwenden und alle Bereiche beleuchten.
Wir brauchen … Was brauchen wir???
Wir fühlen … Was fühlen wir???
Wir leben … Wie leben wir???
Wir sind … Wer sind wir???
Wir wollen … Was wollen wir???
Im Bild oben werden weitere Fragen, auch zwischen den einzelnen Ebenen formuliert!

Details zu den 5 Bereichen

Ich brauche! Der Ökonom Manfred Max-Neff hat eine Liste an Grundbedürfnissen erstellt.
Ich fühle! Bei der österreichischen Site von Werner Stangl findet sich ein wunderschönes Übersichtsbild zu unseren Gefühlen und viele gute Gedanken dazu!!! http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/ (arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/plutchik2.gif)

(Weitere “Gefühlsräder” sind hier zu finden:
http://odysseytoparenthood.wordpress.com/2010/01/12/wheel-of-emotions/
http://web.archive.org/web/20120618092451/http://cobblpc.com/reflections.htm )
Zu Robert Plutchik findet sich im englischen WikipediaWiki deutlich mehr: http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Plutchik (10 Postulate seiner Gefühlslehre) oder ansonsten hier bei Frederik Weitz
Eine Kritik an der Emotionslehre Plutchik und seinem “wheel of emotions” findet sich hier: http://homepage.univie.ac.at/michael.trimmel/motivation_ss2002/DieEmotionstheorievonRobertPlutchik.pdf


Psychosoziales Modell der Selbststeuerung und der Lebensbereiche

(Wer bin ich? und Wo hinein bin ich eingebunden?)
Noch ein kleines Bild über innere und äußere Strukturen, über die jeweiligen Lebensbereiche und ihre Organisation.
Es ist eine kleine Landkarte. Gedanken und Gefühle, vegetatives und somatisches Nervensystem, … bilden eine dualistische Einheit, die unser Bewusstsein zusammenhält, integriert und dabei manche Spannungen überbrückt.
Wir selbst bestehen aus dieser Vielheit und stehen selbst wieder in enger Beziehung zu unserer vielfältigen Umwelt.
Jeder Punkt kann mit fast jedem in Beziehung gesetzt werden, um sich Zusammenhänge und Interaktionen klar zu machen, aber auch den einen Begriff zur Auslegung und für neue Sichtweisen auf den anderen zu benutzen. (Körperhaltung <–> Wahrnehmung <–> Anerkennung, Leistung <–> Struktur <–> Aufgaben, …)
Das Modell kann für die Selbstbetrachtung als Struktur einer Sicht auf mich selbst verwendet werden oder für die Betrachtung des anderen (DU statt ICH in die Mitte setzen!). Paare können sich gemeinsam über ihre Unterschiede, die Spannungen, das Ergänzen und Interagieren in all diesen Bereichen unterhalten.
Die Zeitdimension fehlt dieser Landkarte. Es werden nur die Grenzen und die Beziehungen der Bereiche dargestellt.
Konkret hat jeder aktuell ein anderes Bild und setzt immer neu Schwerpunkte. Wer sich um pflegebedürftige Angehörige kümmert oder gerade eine große Reise unternimmt, der ordnet alle Bereiche in diesem Modell der Situation unter, organisiert sie neu und blendet selbstverständlich einiges aus.
Meine Wohnung und meine Arbeit bilden eine persönliche Ebene. (Ich arbeite und wohne.)
Immer aber bin ich Teil der lebendigen Natur und der menschlichen Wirtschaftsstrukturen. Diese beiden bilden eine integrative Ebene. Die Natur ist Basis, Vorbild und Ziel.
(Zur Farbgebung: Gelb steht für die mich durchflutende innere Energie. Grün für all das, was wächst und mich stützt. Blau symbolisiert das lebendige, stärkende, aber auch chaotische und unberechenbare, mich immer umgebende Wasser.)

(Was kann ich in mir und in meiner unmittelbaren Umgebung steuern, beeinflussen, integrieren und verändern?)

Das Struktogramm enthält gliedert mich als Person in 6 Bereiche (ein äußerer, zwei körperliche und drei innere):
1. Meine Umwelt bestehend aus dem sozialen Umfeld, dem sozialen Netz, aus Natur und Wirtschaft, aus den äußeren Schutzhäuten Kleidung und Wohnung und Großgruppen, in die ich mich integriere, wie der Ortsgemeinde oder dem Staat.
(Weitere Begriffe: Zugehörigkeit, Nahrung, Wertschätzung, Hobby, Rollen, Interaktions- und Kommunikationsformen, Organisationen, …)
2. + 3. Mein Körper, der sich untergliedert in den muskulären Bereich, den ich ständig aktiv steuere, der arbeitet und leistet und von mir trainiert wird, und in den vegetativen autonomen, sich selbst steuernden Bereich, der von der Verdauung, über Wachsein und Schlafen, bis zum Wachsen und Werden viele innere Vorgänge selbst regulativ anpasst. Beide Bereiche arbeiten in vielem voneinander abhängig synchron, mal mit abwechselnden Betonungen, mal ganz koordiniert zusammen (Ernähren und Essen, Schlafen und Wachsein, Arbeit und Freizeit, extreme Anstrengungen). Einmal bin ich ganz im Wahrnehmen, dann ganz im Genießen, einmal ganz im Begreifen oder Nachdenken, ein andres mal ganz im Zuhören und Verstehen oder im Kämpfen, Rennen und Arbeiten.
(Weitere Begriffe zu 2: Sich gestalten und ausdrücken, Sprache /zu 3: Kreislauf, Immunsystem, Empfindsamkeit, …)
4. + 5. Mein Geist, der ständig von Gedanken und Gefühlen durchflutet wird, tausende Außeneindrücke, Sinneserfahrungen und Körpersignale verarbeitet und sich und mich steuert. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist es zu filtern, was wichtig und unwichtig, was gefährlich oder interessant ist. Er ist für das detaillierte Planen und gute Ausführen der Aktionen da, die vom inneren Ich gewünscht werden. Auch er unterteilt sich in einen Bereich, den ich selbst sehr stark steuere und einen autonomen, selbst regulativen, sich selbst programmierenden Bereich des Unterbewussten, der Träume, Bauchgefühle und automatisierten Denkstrukturen.
(Weitere Begriffe zu 4: Filtern, Bewertung /zu 5: Unterbewusstsein, Interesse, Reflexion und Kontrolle, …)
6. Mein Ich mit meinen inneren Zielen, Werten, meiner Lebenskraft und meinem Lebenswillen, meinen Träumen und Hoffnungen, das alles integriert zu meinem Selbstbild, in meinem Selbstbewusstsein, das sich bewusst ist, dass mein Sein wertvoll und besonders ist.
(Weitere Begriffe: Selbstwert, Selbstorganisation, Einheit, …)

Wie bei anderen Modellen kann auch dieses nach Fragen gegliedert werden:
1- Wo lebe ich?
2- Was tue ich und wie?
3- Was brauche ich, was erkenne ich um mich und was spüre ich?
4- Was denke ich, erkenne ich in mir und was plane ich?
5- Was fühle und wünsche ich?
6- Wer bin ich und was will ich?

(Anwendung auf das Thema Depression:
1- Depressive ziehen sich meist zurück, fragen nicht nach Unterstützung, sind aber aufgrund ihrer Kraftlosigkeit abhängiger von ihrer Umgebung.
2- Depressive zeigen wenig Mimik, sind maskenhaft starr. Es fehlt ihren Bewegungen die Lebendigkeit, der innere Antrieb.
3- Einige leiden an Schlafstörungen, verbringen die Nacht mit Selbstanklagen. Andere können sich nicht aufraffen. Es fehlt die Ausdauer und der Schwung. Man sorgt nicht für sich, für gutes Essen und einen kraftvollen Körper, bekommt Kopfweh oder Verdauungsschwierigkeiten.
4- Das Denken kreist um Misserfolge, um unlösbare Probleme und Widersprüche, um Katastrophen und Ängste.
5- Depressive empfinden oft eine tiefe Gefühlsleere, weder Wut noch Lust ist da. Kein Interesse am Leben.
6- Man hat kein Wertempfinden, träumt von Selbstaufgabe und Tod. Weiß nicht, wer man ist und werden könnte.
Viele Menschen erleben depressive Phasen. Alle drei Herzen ziehen sich zusammen. Wichtig ist, dass diese Phasen nicht zu lange dauern und man wieder neu aufblüht.
Viele psychischen Probleme wirken sich auf alle 6 Bereiche massiv aus, weil diese Bereiche so eng, stark und vielfältig vernetzt sind! )

Personenbindung und Themenbegeisterung

Unsere motorisch-aktive und kognitive Seite lässt sich eher für Themen begeistern, sammelt Informationen, plant, analysiert, …, stürzt sich aktiv auf ein Thema.
Unsere autonome, emotionale Seite steuert mehr unsere Personenbindungen und unsere Beziehungen, hört zu, integriert, filtert, wünscht, sorgt für eine gute Stimmung und Atmosphäre.
Darum lassen sich Beziehungsfragen nicht komplett kognitiv lösen und Denkfehler fallen uns in Beziehungen weniger auf. Wir handeln Personen gegenüber irrational und gehen irrationale Beziehungen ein. Durch eine rationale Entscheidungen können wir eine Beziehung nicht beenden (oder beginnen). Dies erfordert einen längeren emotionalen Prozess.
Gemeinsames entspanntes Teetrinken und Essen weckt in uns Grunderinnerungen des Versorgt-Werdens und für andere Sorgens. Die Esskultur hat daher sehr viel mit der Beziehungskultur zu tun.
Viele Menschen können andererseits beim Laufen oder Radfahren besser ihr Denken strukturieren, Dialoge führen (vgl. die Wandelhallen als frühe Orte der griechischen Philosophie, Gymnasium als Ort der körperlichen Ertüchtigung) und kreative Ideen entwickeln, weil die motorische Aktivität nicht nur den Kreislauf und die Gehirndurchblutung aktiviert, sondern scheinbar direkter und intensiver mit unserem Denken vernetzt ist. (Sport und Geschicklichkeitstraining fördern bei Kindergartenkindern die mathematische Entwicklung.)

Herz und Hand

“Meine Gefühle ziehen den Gedanken den Boden weg
und dann stürzen selbst die stabilsten Denkgebäude ein!!! “ (HH August 2010)
“Am einen Tag erschien mir das eine vollkommen logisch. Am nächsten unter dem Einfluss anderer starker Gefühle erschien mit etwas dazu widersprüchliches und unvereinbares absolut logisch. Ich war entsetzt!” (HH Sommer 1998)

Wie kann man die motorisch-aktive oder kognitive Seite seiner Persönlichkeit immer neu mit der autonom-unbewussten oder emotional-wahrnehmenden Seite integrieren und beide fruchtbar zusammen statt gegeneinander arbeiten lassen?
Körperliche Wege: Atemübungen, Singen, Tanzen, Spazieren gehen, Ausflüge, Innehalten, ….
Geistige Wege: Rituale, Atmosphäre schaffen, Stille in Verbindung mit einfachen Aussagen/Botschaften, kreative Methoden (Malen, Visualisieren, Phantasiereisen, Psychodrama, …) …
Interpersonale Wege: Brainstorming, viele Methoden der Gruppen- und Teamarbeit, zuhörend miteinander reden, …

Leermodel für die eigene Bearbeitung

Um sich ein individuelles Bild seiner Strukturen, Bereiche und Vernetzung zu erstellen, kann man im leeren Modell selbst Themen und Bereiche eintragen, organisieren und in Beziehung setzen (fördernd, hemmend, ergänzend, notwendig, …).
Als Schwerpunkt kann man nur die positiv Seiten und Stärken darstellen, um sich klar zu machen, was man schon erreicht hat und was unbedingt bewahrt und geschützt werden muss.
Ebenso kann man den Schwerpunkt auf Probleme und Defizite legen, um zu überlegen, wo und in welcher Weise man weiterwachsen oder Hindernisse aus dem Weg räumen kann. (ToDo-Liste)
Beides soll Spaß machen! Es geht nicht darum, sich zu verurteilen und anzuklagen (So wenig, … Warum habe ich nicht, …).
Es geht darum, zu verstehen und zu bejahen. Hier stehe ich, das ist so und in alle Richtungen gehen Wege weiter.
Wir sind komplex und brauchen Pflege, nicht nur unsere Wohnung oder unser Auto!

(Zum Ausdrucken das leere Modell rechts anklicken, “Grafik anzeigen” auswählen und so drucken!)


Das Bewusstseinsrad

Bei diesem Rad wird jede Aktion eines Menschen in 5 Schritte unterteilt:

Schritt Frage
1 Wahrnehmen Was nehme ich wahr?
2 Interpretieren Wie lege ich das aus?
3 Fühlen Wie geht es mir jetzt?
4 Entscheiden Was wünsche ich mir und wie entscheide ich mich?
5 Handeln Was unternehme ich jetzt?

Jeder Schritt wird durchlaufen, wenn eine Aktion realisiert wird.
Ja eigentlich ist unser Inneres ständig mit allen 5 miteinander vernetzen Schritten beschäftigt.
Jeder Schritt wirkt dabei direkt oder indirekt auf die anderen ein. Zuerst überwiegt beim Input und bei unseren inneren Assoziationen und Ergänzungen die Vielfalt und überflutet uns ständig. Am Ende können wird in jedem Moment nur 1 Handlung durchführen und müssen uns daher zwischen all den Reizen, Möglichkeiten, Wünschen und Ideen entscheiden, die Vielfalt begrenzen, kanalisieren und konzentrieren.
Registriert unser Bewusstsein ein Problem, kann es sich auf einen Bereich fokussieren, sich direkt und verstärkt diesem Problem zuwenden.
Wir spüren einen Schmerz und reagieren darauf. Wir erkennen an ständigen Fehlern, dass wir heute nicht motiviert sind und konzentrieren uns auf unsere Gefühle, um mit unseren negativen Emotionen klar zu kommen.
In allen Bereichen gibt es interne Kreisläufe und Kontrollsysteme. Gleichzeitig kontrollieren sich alle Schritte gegenseitig.
Treten Fehler auf (Denkfehler, Merkfehler, Ungeschicklichkeiten, Prozessfehler, Logikfehler, Konzentrationsfehler, Kommunikationsfehler, …) so können wir entlang unseres inneren Workflows Ursachen suchen und abstellen.
Im Austausch, der Kommunikation und der Zusammenarbeit mit unserer Umwelt sind zwei große Gräben zu überwinden und unsere innere BlackBox zu durchlaufen.

Die Interpretationsdistanz bezeichnet unsere Probleme, Wahrnehmungen, Texte, Aussagen, Gefühle oder Situationen richtig zu deuten und zu interpretieren. Leicht wird etwas missverstanden, übersehen oder kann gar nicht verstanden werden. Wir bewältigen sie immer neu mit unseren multidimensionalen Interpretationsleistungen, die auf vielen Ebenen unsere Umwelt entschlüsseln.

Die artikulatorische Distanz bezeichnet das Problem, die richtigen Worte, Gesten, Taten, Aktionen und Reaktionen zu finden und aus zu gestalten, so das unsere Umwelt erkennt, was wir ausdrücken wollen oder von uns in der gewünschten Weise beeinflusst wird. Wir bewältigen sie immer neu mit unseren vielfältigen artikulatorischen Leistungen (Handwerk, Kunst, … - werkschaffend).

Die innere Distanz bezeichnet das Problem, konzentriert, interessiert und motiviert zu sein, sich der gegenwärtigen Wirklichkeit zu stellen und sich intensiv damit zu befassen. Wir bewältigen sie immer neu mit unserem inneren Reichtum und seinen vielfältigen Kräften (Focus, Begeisterung, Offenheit, innere Kraft).

Das Awareness Wheel wurde von Miller, Sherod und Phyllis entwickelt und enthält in der einfachsten Form nur die 5 Bereiche: I sense, I feel, I think, I want, I do
Im Unterschied zum ursprünglichen Bewusstseinsrad ist hier beim Wollen/Wünschen das Entscheiden betont als Zusammenfassung der vorherigen Abläufe, der Absichten, Ideen und Träume.
Außerdem wird nicht ein Issue, ein Thema in den Mittelpunkt gestellt, sondern alles als ein ständig kreisender Prozess gesehen mit immer neuem Input und Output. Als Mensch ist es wichtig, seine Sinne zu schulen, die inneren Kreisläufe, Abläufe und Prozesse zu pflegen und sich mit seinen Handlungen eine stabile Basis (Umwelt, Können, Netz) aufzubauen. Dies soll an diesem Bild deutlich werden.

(Kurze Videos zum Ineinander von Sehen, Steuern und Handeln aus dem Kanal von gregkennedy:





Das Fehlerrad

Wendet man das Bewusstseinsrad auf ein kleines Kind an, kann man die einzelnen Schritte vom Wahrnehmen bis zum Ergreifen eines Gegenstands noch gut unterscheiden und verfolgen. Bei einem Klavierspieler laufen das Lesen der Noten, das Hören und Empfinden der Musik, das Analysieren und Korrigieren und die vielfältigen Körperbewegungen ungeheuer komplex ineinander und in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit. Dabei können in jedem Bereich unzählige Fehler auftreten. Das ist ganz normal und natürlich. Fehler sind eine notwendige Zwischenstation im Lernprozess (H. Radatz)und es ist eher erstaunlich dass so viele komplexe Prozess und lange Prozessketten auf allen Ebenen in uns Tag für Tag so reibungslos funktionieren. Wichtig ist es, sich klar zu machen, woher ein Fehler kommt, ob Denkstrukturen und falsche Modelle zu ändern sind, falsch gelerntes abtrainiert werden muss oder ob man nur einen schlechten Tag hat, auf Zeitstrukturen, Fakten oder auf wichtige körperliche Bedürfnisse zuwenig Rücksicht genommen hat. Dazu die Darstellung des obigen Bewusstseinsrads als Fehlerrad. Schnell einen vermeintlich Schuldigen abzustrafen oder eine mögliche Ursache unkritisch verantwortlich zu machen, ist dagegen oft die Ursachen von vielen neuen Fehlern und Fehlerketten. Fehlerquellen zu bagatellisieren oder Fehler zu dramatisieren ist gefährlich und man sollte sich nicht scheuen, andere um Rat zu fragen, Spezialisten hinzu zu ziehen oder sich an Selbsthilfegruppen (Überblick, Übersicht Gesundheit, Netz) zu wenden.
Jeder sollte sich auch im klaren sein über verschiedene Formen der kognitiven Verzerrung, für die mehr oder weniger alle Menschen anfällig sind (neben optischen Täuschungen und psychologischen oder sprachlichen Tricks, die uns schnell verwirren). (Gute Darstellung: Skeptiker: kognitiven Verzerrungen)
Bekannte Formen sind die Selbstüberschätzung, die emotionale Beweisführung, Attributionsfehler, Bestätigungsfehler und viele weitere.
Menschen neigen je nach Stimmungslage dazu Informationen anders auszuwählen und zu bewerten. Vor allem starke Gefühle beeinflussen unseren Verstand. Das können wir nicht verhindern, es uns nur bewußt machen.

(Zwei lesenswerte Links zu diesem Fehlerrad, die veranschaulichen, wie komplex und oft unauffindbar Fehlerursachen sind und wie notwendig es ist, aus Fehlern zu lernen und besonders Beinahe-Fehler ernst zu nehmen!
http://blk.mat.uni-bayreuth.de/material/db/33/fehler.pdf “Aus Fehlern lernen und verwandte Themen” von Christian Strecker
Aus dieser Publikation dieses Zitat:
“Echte Fehler sind fast immer das Ergebnis eines eigenständigen (kreativen) Denkprozesses.
Deshalb sind Korrekturen fast nie erfolgreich, wenn sie nicht am Denkvorgang
des Schülers ansetzen, sondern nur das Ergebnis desselben berücksichtigen.”

und aaO die Liste der Rechenfehlern nach Scharath:

 “Rechenfehler durch falsche Auffassung
 Rechenfehler durch falsche Assoziierung
 Rechenfehler durch Perseveration (Weitermachen wie gehabt, Beharren)
 Rechenfehler durch die Enge des Bewusstseins
 Psychophysisch bedingte Rechenfehler
 Emotional bedingte Rechenfehler
 Rechenfehler durch Aufmerksamkeitsmangel
 Noetisch bedingte Rechenfehler (Denkfehler)
 Durch Überforderung bedingte Rechenfehler
 Durch die Lehrerpersönlichkeit verursachte Fehler
 Sonstige Rechenfehler”

Vielen Menschen kosten medizinische Fehler das Leben.
Besonders hier wird daher über Fehleranalysen und den Umgang mit Fehlern neu nachgedacht:
Critical Incident Reporting System (Fehlerberichtssystem zur - meist anonymen - Meldung von kritischen Ereignissen (critical incident))
http://www.gesundheits.de/bagp/BAGP-Dokumente/Aus_Fehlern_lernen.pdf
Jobblog.ch: Aus Fehlern lernen
How to learn from your mistakes

Im Krankenhaus und in einer Arztpraxis spielen sehr häufig Teamfaktoren eine große Rolle, da unterschiedliche Spezialisten komplex und unter hohen Zeit- und Kostendruck zusammenarbeiten müssen und jeder ein ganz normaler Mensch ist.
In vielen Unternehmen gibt es ein ausgeklügeltes Fehlermanagement, das darauf ausgerichtet ist, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die Wiederholung von Fehlern möglichst zu vermeiden. Sehr wichtig ist es dabei, Druck von den handelnden Personen fernzuhalten und ein Klima des Vertrauens zu schaffen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit weist (aaO S.18) auch auf Fehlerquellen hin, die ihre Wurzeln in der Organisation, der Umwelt oder dem Gesamtkontext haben. (ergänzend zu diesem Bereich die Infos auf der Seite Irrlichter)


Weitere Begriffe, Fakten und Zusammenhänge


Soziales Unterminierung
Anders als die soziale Unterstützung, die ich aus meinem sozialen Netz erhalte,
um Aufgaben besser bewältigen zu können, hindert mich jemand daran meine Aufgaben
zu erfüllen, meine Dinge zu erledigen.

(Inhaltliche Störung der Zielerreichung)
Oder ich werde nicht direkt inhaltlich unterbrochen, sondern emotional gestört, beleidigt, verwirrt,
unter Druck gesetzt, verärgert, …

(Emotionale Störung meiner Energie)
Die dritte Möglichkeit ist, dass mein soziales Netz negativ beeinflusst wird.
Sollte ich dann mein Netz mal brauchen, ist es nicht mehr da oder nicht mehr belastbar.
Freunde haben keine Zeit mehr, sind kritisch mir gegenüber oder misstrauisch.

(Netzschäden)
(Der Begriff entstand aus gesundheitspsychologischen Untersuchungen an Arbeitslosen und der Bewertung der Arbeitslosigkeit durch deren Umwelt.
Diejenigen, die noch eins drauf bekamen, hatten deutlich größere Schwierigkeiten zurecht zu kommen.
Ihr Selbst und ihre Selbstsicherheit wurde von der Umwelt untergraben.)

Was uns schützen und dagegen helfen kann, ist unsere Selbstwirksamkeit und Resilienz.
Wir entscheiden auch mit, ob uns etwas stört oder ärgert!
Wir haben die Mittel, Grenzen zu ziehen und andere auf Distanz zu schicken.
Wir können klarstellen und klären.
Wir können uns fokussieren und den andern in uns und um uns verdrängen.
Wer zu unserem Netz gehört und daran teilnimmt, entscheiden wir!

Begriffsschärfe und Begriffe als Waffe
Viele der hier dargestellten Modelle und Begriffe können hilfreich sein, können aber auch in die Irre und zu Missverständnissen führen oder als Waffe verwendet werden.
Man muss sich genau prüfen und immer wieder hinterfragen, ob man einen Begriff richtig und exakt verwendet und ob ein Modell in diesen Zusammenhang hinein passt.
Oft ist auch das Gegenteil wahr! Wir sind Opfer, aber auch Täter. Wir unterstützen und verstärken Abhängigkeiten. Wir kommunizieren und verwirren uns und andere. Dasselbe Verhalten lässt sich unter Umständen als egoistisch, narzisstisch oder altruistisch interpretieren.
Die dargestellten Modelle und Begriffe sollen zuerst uns selbst helfen, über uns nachzudenken und in unserer Umwelt neue Aspekte zu entdecken.
Sie sollen eine Basis bilden und nicht den Boden unter den Füßen wegziehen!

Komplizierte Menschen
Jeder der über sich und andere lange nachdenkt, erkennt:
Wir Menschen sind ausgesprochen komplexe Wesen.
Viele wollen das aber nicht wahrhaben. Wollen nicht komplex und kompliziert sein. Wollen einfach funktionieren und leicht alles reparieren und klären oder verbessern und ändern können.
Wollen ein einfaches und leichtes, bequemes Leben haben.
Wir sind aber nicht so!
Gerade ganz einfach zu leben, ist nicht so einfach.
Wir sollten nichts komplizierter machen, als es ist, aber wir müssen auch anerkennen, wenn etwas kompliziert ist und mit Vorurteilen, Schnelllösungen, Verdrängen oder Bagatellisieren nicht gelöst werden kann.
Denn dann ist intensive Arbeit, ist Beratung, ist Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe nötig.
Das muss nicht unbequem sein. Das kann befreien und uns ganz tief erleben lassen,
dass wir zusammengehören und füreinander Menschen sind!

Komplizierte Menschen I: Egoisten, Narzissten und ihre Gegentypen (Altruisten und negative Narzissten)
Es ist wichtig, Narzismus und Egoismus zu unterscheiden.
Ein Egoist sieht den anderen und nimmt seine Umgebung genau wahr,
weil er nur dann auch alles zu seinem Vorteil steuern und beeinflussen kann.
Ein Narzisst kann den andren kaum sehen, wahrnehmen und verstehen,
weil er zu sehr mit sich und seinem Selbstlob oder seiner Selbstverurteilung (negativer Narzismus) beschäftigt ist.
Ein Narzisst versteht andere, wenn sie sich auch selbst loben oder selbst anklagen.
Ihn überzeugt das Argument: Das ist richtig, weil ich so toll bin.
(Oder das ist falsch, weil ich so dumm/unfähig bin.)
Ein Narzisst will positive Aufmerksamkeit (Komplimente, Bestätigung seiner Selbstkritik oder seines Selbstlobes)
Ein Egoist will seinen Vorteil und daher nicht unbedingt im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen!
(Dort könnte man sich blamieren und das ist nicht von Vorteil.)
Beide Egoisten und Narzissten beschäftigen sich erstaunlicherweise nicht mit Selbstanalyse
und mögen keine Gespräche, in denen sie der Forschungsgegenstand sind.
Altruisten stehen unter dem Zwang anderen helfen zu müssen und sind dabei leicht in der Gefahr,
die Grenzen des anderen zu überschreiten, ihm seine Eigenständigkeit und Selbstbestimmung zu nehmen.
Ebenso sind sie in der großen Gefahr, ihre Bedürfnisse nicht zu erkennen und ihre Basis nicht zu pflegen oder zu schützen.
Das muss nicht Masochismus sein, ebenso wenig wie der Egoist sadistisch sein muss.

Komplizierte Menschen II: Hyperaktive, Sammler, Aufschieber und andere Menschen mit Strukturproblemen

Komplizierte Menschen III: Süchtige und psychotische Menschen

Komplizierte Menschen IV: Ängstliche und neurotische Menschen

Komplizierte Menschen V: Motivationslose, blockierte und traumatisierte Menschen

Komplizierte Menschen VI: Wirklichkeitsferne und irrgläubige Menschen

Komplizierte Menschen VII: Aggressive, grenzüberschreitende, unbeherrschte und unter Druck setzende Menschen

(Puh! Eine lange Liste und bei vielen kommt noch mehreres zusammen!!!)

Die Stachelschweinbeziehung
Jemand ruft: Mir ist so kalt, ich bin allein, einsam, brauche Hilfe, Liebe, Zärtlichkeit.
Man kommt und will Nähe, Wärme und Unterstützung geben.
Man bekommt jedoch einige Stacheln hinein gerammt, die sehr weh tun.
Erschrocken und verletzt geht man wieder auf Distanz.
Da ertönt schon wieder die Klage: Mir ist so kalt…..
(vgl. Arthur Schopenhauer Die Stachelschweinparabel)

Mein blinder Fleck
Ein wichtiges Kommunikationsthema ist mein blinder Fleck! (vgl. Johari-Fenster und Achtsamkeit)
Andere sehen durch meine Selbstoffenbarung oder Selbstenthüllung mehr als mir bewusst ist.
Wenn wir offen und ehrlich miteinander reden, zuhören und nachfragen, können uns andere helfen uns selbst besser zu verstehen!
Eng verwandt mit dem blinden Fleck ist das Eisbergmodell. Die Spitze des Eisbergs bildet alles, was mir bewusst und für mich und/oder andere sichtbar ist. Alles unbewusste und unsichtbare bildet den Rumpf.
Teilweise wird die SPitze auch als Sachebene und der RUmpf als Beziehungsebene verstanden.
(Ausführliche Darstellung bei de.academic.ru)

Die 4 Kommunikationsebenen im Detail


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( Letzte Änderung am 10.01.2013 )
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