Das Leben und seine wilde Kraft
Aufwachen
(am Morgen zu singen)
Leben tanze Deinen Tanz,
aus der Mitte, aus der Quelle!
Erfasse tanzend alles ganz,
reiß’ uns von der Stelle.
Wirble uns im Tag umher,
verbiete uns zu klagen.
Versenke uns im Träumemeer,
überschütte uns mit Fragen.
Wecke unsre Sinne auf,
atmen lass uns wilder.
Berausche der Gedanken Lauf,
übermal' die Flut der Bilder.
Lass uns spüren unser Sein,
lass uns nicht so bleiben.
Wasch' das Fühlen wieder rein,
den Unsinn hilf uns - HEILEN.
Lass mich DENKEN
Wie bunte Blumen wachsen Träume.
Wilde Ideen entfalten sich.
Berauscht durchfliegend tausend Räume,
still in der Ecke kaure ich.
Wie ein Schwarm von schwarzen Vögeln,
tausend Fakten Einerlei,
fliegt hoch über allen Hügeln,
plötzlich ist es nicht mehr Brei.
Wie der Blitz durch hohe Wolken,
schlagen Schlüsse sich den Weg,
scharfes Auge hilft den Falken,
keine Zweifel ich mehr heg'.
Strahlend steht das Traumgebäude.
Trotz von allen Seiten jedem Druck.
Lachend malt es bunte Kreide,
bringt mich in die Wirklichkeit zurück.
Mittnachttanz
Endlos mein Tanz
in des Mondlicht's Glanz.
Lass Musik in mich fließen,
um sie ganz zu genießen.
Die Arme in Wellen
mein Körper verzückt,
in Kreisen, in schnellen,
der Welt entrückt.
Ich dreh' mich und springe
so hoch, so voller Lust
und atme die kalte
die neblige Luft.
Mein Atem so schnell
mein Hauchen so weit
in mir ist's hell
um die Mittnachtszeit
Fühl mich so kräftig,
brauch nichts dabei.
Mein Herz schlägt so heftig,
ich tanze mich frei.
Vom Atmen betrunken
werd' ich ganz still.
In Gefühlen versunken,
weil so ich leben will.