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(seit 10.09.2015)

Nanomüll im Detail

Über Nanomüll könnte man dicke Bücher schreiben, da es unendlich viele einzelne Substanzen und Mischungen gibt.
Vieles hat sich für den Einzelnen in Deutschland verbessert. Die Belastungen durch Blei, DDT, Nikotin, usw. haben deutlich abgenommen. Erhöht hat sich aber die Anzahl an Stoffen mit kleineren Konzentrationen und die Menge an Kunststoffen, die uns umgibt. Um die Vielzahl an Gefahrenstoffen zu überblicken, werden hier 4 Gruppen unterschieden.

1. Nanomüll aus natürlichen Substanzen, hochgiftigen wie den Schwermetallen Quecksilber, Blei oder Arsen, leicht giftigen wie Nitrat, aggressiven wie Schwefelsäure oder ungiftigen wie CO2.
2. Nanomüll aus künstlichen Substanzen, die schwer von Lebewesen oder in der Natur abgebaut werden können.
3. Nanomüll aus künstlichen Substanzen, die uU leicht von Lebewesen oder in der Natur abgebaut werden können.
4. Nanomüll aus komplexen Stoffgemischen, deren Wirkung und Lifecycle noch unbekannt ist.

Bei allen diesen 4 Gruppen kann hier nur an wenigen Beispielen die Vielfalt der komplexen noch offenen Fragen und Problemen angerissen werden.
Um welche Mengen, mit welchen Wirkungen, welche einzelnen Stoffe es geht und wie diese sich global ständig neu verteilen, kann man leider nur sehr begrenzt klären.

Wenn Müll in Mikromüll oder Nanomüll zerfällt oder beides bei der Produktion oder Verwendung direkt entsteht, verkleinert sich nicht das Problem des Einsammeln, Entsorgens oder der Beseitigung!
Es vergrößert sich die Reichweite, die Angriffsfläche und die dreidimensionale Wirksamkeit des Mülls.
Ein Einsammeln wird unmöglich und die letzte, aber vergebliche Hoffnung ist,
dass die Natur einen schnellen Weg findet, den Nanomüll unschädlich zu machen.

Das ökonomische Problem Müll kostengünstig zu verhindern oder zu beseitigen, bevor die Schäden jeden Nutzen übersteigen, ist beim Nanomüll viel größer, weil die Beseitigung unbezahlbar ist.

Beim Makromüll können wir es uns eine Zeit lang leisten, Fläche für Deponien und Vermüllung zu opfern. Beim Nanomüll belasten wir gleich und direkt unseren Acker, unsere Wohnung, unsere Haut, Lunge und Darm.

Eine Bestimmung der Menge, der Verteilung, der Herkunft oder der Gefährlichkeit ist beim Nanomüll extrem schwer.
Man kann als Randgrößen die Menge des geförderten Erdöls oder die Herstellung wichtiger chemischer Grundstoffe nehmen.
Doch die Vielzahl an Stoffen und Wegen, die hohe Mobilität und die extremen Unterschiede der Toxizität je Lebewesen machen globale Aussagen schwierig.

1.1. Kohlendioxid
Beginnen wir mit Kohlendioxid aus der ersten Gruppe. Das ist ein völlig harmloses Gas, Abfallprodukt bei jeder sauberen Verbrennung, Wachstumsfaktor für Algen und Pflanzen.
Wo ist das Problem bei diesem “Nanomüll”?
Das Gleichgewicht ist verschoben! Der Mensch verbrennt weit mehr, als die Pflanzen und Algen abbauen können. Dadurch ist in der Atmosphäre in den letzten Jahrhunderten eine fast 50 cm dicke zusätzliche Schicht mit Energie absorbierender und Wärme abstrahlender Wirkung entstanden. Dabei spielt die wirkungsverstärkende Kraft der Sonne eine enorme Rolle! (Nebenbei gibt es noch weitere positive Rückkopplungen wie die Wasserdampfrückkopplung, die Eis-Albedo Rückkopplung und die verstärkende Wirkung von anderen Nanomüllformen wie Lachgas, Ruß, FCKWs oder Methan.)
Fazit: Gleichgewichtsstörungen, langsame Anreicherung und Wirkungsverstärkung können unscheinbaren ungiftigen Nanomüll zum Weltproblem Nummer 1 machen!
Alle drei Faktoren spielen überall im Bereich Nanomüll eine wichtige Rolle!

1.2. Schwefeldioxid
Schwefeldioxid kommt ebenfalls natürlich vor. Problematisch wurde es zusammen mit den Stickoxiden durch die Bildung des sauren Regens.
Die leichte Verschiebung ins Saure wäre dabei weniger das Problem. Entscheidend ist eine weitere Folgewirkung: Es werden im Boden vermehrt Schwermetalle und Aluminium gelöst und von den Feinwurzeln der Pflanzen aufgenommen. Diese Vergiftung erst zerstört ganze Biotope und Landstriche. Die Säure bleibt dabei erhalten und wirkt beständig weiter.
Nebenbei kann das Freisetzen von giftigen Metallen auch durch das Mulchen mit pflanzlichen Abfällen entstehen, wenn dabei zu viele organische Säuren gebildet werden.
Fazit: Nanomüll kann selbst unschädlich sein, aber durch Folgewirkungen andere Schadstoffe aktivieren oder in ihrer Wirkung verstärken.

1.3. Quecksilber
Quecksilber ist ein natürlich vorkommendes Gift für viele Lebewesen. Entscheidend ist auch hier das Gleichgewicht von Ablagerung oder Entfernung aus der Biosphäre und Einbringen in die Biosphäre insbesondere in die Nahrungskette, innerhalb derer es enorm angereichert wird und dann diese Kette aus dem Gleichgewicht bringen kann.
Der Fortschritt der Technik hat es den Menschen ermöglicht den Bergbau und besonders den Kohleabbau oder die direkte Gewinnung von Quecksilbererzen massiv auszuweiten und dadurch enorme Mengen an Quecksilber freizusetzen. (Direkte Förderung von Zinnober/HgS ca 1 Million Tonnen Hg, indirekte und andere Erze noch mehr)
Dieses Quecksilber wird Jahrtausende lang bleiben und immer wieder von Organismus zu Organismus weiterwandern. Da Quecksilber als Ion die Disulfitbrücken der Enzyme und Eiweiße angreift, ist es in jeder Konzentration eine Belastung für den Körper. Als organisches Quecksilber verläßt es den Körper erst nach Monaten oder Jahren wieder.
Die letale Dosis für organisches Quecksilber liegt bei 1-30 mg/kg.
(In südeuropäischen Ländern lag die durchschnittliche Konzentration von Methylquecksilber in Muttermilch bei 0,17–0,68 μg/kg. Quelle Wikipedia Methylquecksilber)
Fazit: Es gibt unzerstörbaren, lang wirkenden giftigen Nanomüll, der unsichtbar aber hoch effektiv die Lebewesen belastet.

1.4. Schwermetalle
Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Arsen nehmen wir als Staub mit je ca 1 Nanogramm pro Kubikmeter Stadtstaub oder durch mehr oder weniger belastete Nahrung auf.
Die Belastung in Deutschland hat sich besonders beim Blei reduziert. Dennoch sind Schwermetalle weiterhin ein Teil unseres täglichen Giftcocktails.
Trinkwasserleitungen aus Blei sind noch nicht komplett verschwunden. Cadmium in Anstrichen enthalten.

2.1. Medikamente
Bei den Medikamenten wurde und wird die Frage nach dem Nanomüll nicht gestellt. Es muss nur belegt werden, dass sie bei einer Erkrankung helfen, was passiert, wenn sie den Körper verlassen, ist nicht im Focus. Eine medizinische Entscheidung sollte verständlicherweise nicht durch eine Umweltfrage beeinflusst werden. Leider kommt der Nanomüll jedoch zurück und seine Folgen betreffen auch unsere Gesundheit.
Eine Lösung ist hier wirklich schwierig. Sollte auf jeder Arznei aufgedruckt werden, wie gut und schnell sie in einer Kläranlage abgebaut wird?
Fazit: Je größer die Vielfalt an Substanzen, desto komplexer und unlösbarer werden die Nanomüllprobleme!

2.2. Benzol
Benzol ist einer der wichtigsten Chemiegrundstoff. 40-50 Millionen Tonnen werden jährlich aus Erdöl hergestellt.
Ähnliche Stoffe sind Brom mit 5 Millionen Tonnen, Formaldehyd mit 21 Millionen Tonnen oder Aceton, Styrol oder Vinylchlorid (Mengen für D siehe Organische Grundchemikalien ) .
Pro Quadratkilometer Erdoberfläche und Jahr sind das rund 100 kg Benzol! Das zeigt zumindest, den Umfang dessen, was später als Mikro- oder Nanomüll enden kann.
Benzol wird größtenteils zu Kunststoffen weiterverarbeitet. In die Umwelt gelangt es als Antiklopfmittel (1%ige Beimischung zu Benzin).
Dennoch finden sich Konzentrationen von ca 1 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft in Europa, in der Nähe von Strassen, Tankstellen oder in Werkstätten deutlich mehr.
12 Kubikmeter atmen wir täglich ein. Die tödliche Dosis liegt bei 50 mg/kg.
Benzol ist in jeder Konzentration giftig, da es bzw. seine hochreaktiven Umbauprodukte Eiweiße denaturiert und daher den Zellen und ihren Enzymmaschienen großen Schaden zufügt.
Glücklicherweise wird es durch Sonnenlicht innerhalb weniger Tage zerstört, so dass sich jede Reduktion des Autoverkehrs hier schnell auszahlt.
Auch findet im Körper keine langfristige Ablagerung wie bei Schwermetallen statt, jedoch eine gewisse Anreicherung aufgrund der Fettlöslichkeit,
da die Ausscheidung und der Abbau in nierengängige, wasserlösliche Stoffe langsam vor sich geht.

2.2. DDT und andere Insektizide, Fungizide oder Herbizide

2.3. Plastikmonomere

2.4. Weichmacher

2.5. Flammenschutzmittel

2.6. UV-Filter
Diese Stoffe sollen in Sonnencremes oder als Plastikzusatz vor UV-Licht schützen. Daher werden sie nicht so schnell abgebaut. Leider sind einige dieser Stoffe bereits in hohen Verdünnungen für Korallen schädlich und tragen erheblich zur Zerstörung der Riffe bei.

3.1. Tenside

3.2 Feinstaub aus Verbrennungsmotoren

3.3. Lösungsmittel

3.4. Duftstoffe

4.1. Beschichtete Kunstfasern

4.2. Mikroplastik

4.3. Reifenabrieb

4.4. Druckertoner

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Zuletzt geändert am 20.07.2018