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Kolibri-Ethos


Globale Ziele


Lokale Wege


Pinnwand


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(seit 10.09.2015)

Wege
Suche die Liebe!
Schütze das Leben!
Verehre das Heilige!
Sei Du selbst!
Gestalte diese Welt!

und Worte
Die Situation
Die Grenzen
Das Netz
Die Begegnung
Das Auslegen

Ethos und Ethik

Das Ziel des Kolibri-Ethos ist, ein knappes Grundethos aus wenigen ethischen Grundbegriffen und Grundforderungen aufzustellen,
das möglichst viele motiviert sich mit ethischen Fragen tiefer zu beschäftigen.
Das Basisethos soll als Bereicherung, als wegweisende Struktur und als einfach umsetzbare Hilfe für das persönliche Leben (Lebenskunst) erfahren werden.
Es will Impulse geben und kann weder Pflicht noch Norm sein, da jeder sein eigenes Ethos entwickelt, in seinem Leben/durch sein Leben formuliert und auslegt.

Ein Ethos zum Entfalten - eine Ethik zum Durchwandern

Ethos wird hier verstanden als eine kurze Zusammenfassung grundlegender ethischer Aussagen,
die darüber hinaus Grundhaltungen, Träume, Wünsche, Hoffnungen und Ziele ausdrücken.
Eine Ethik ist dagegen eine Abhandlung aller wichtigen ethischen Fragen und Themengebiete
aus einem bestimmten Blickwinkel oder von einer bestimmten philosophischen, theologischen,
religiösen oder ethischen Position aus.
Ein Ethos schöpft seine Kraft aus der Dichte, eine Ethik aus ihrem Umfang.
Ein Ethos will entfaltet werden, eine Ethik durchwandert und durchdacht.
Das Kolibri-Ethos ist eine Verdichtung verschiedener ethischer Ansätze (Situationsethik,
Normenethik, Verantwortungsethik, ….) und kann nur zu einer vielfältigen und offenen Ethik
entfaltet werden.
Dabei gilt jedoch:
Vielfalt ist nicht Beliebigkeit!
Freiheit ist nicht Verantwortungslosigkeit!
Kreativität ist nicht Stillosigkeit!
Offenheit ist nicht Grenzenlosigkeit!
Toleranz ist nicht Kritiklosigkeit!


Ethos und Ethik im Spannungsfeld von Philosophie, Wissenschaft und Alltag

Der Ethik wird manchmal vorgeworfen, nicht richtig philosophisch und wissenschaftlich zu
sein, weil sich das Gute und ihre Grundsätze nicht erforschen lassen oder als Axiome nicht taugen (zu allgemein, zu nichtssagend, zu beliebig definierbar).
Gleichzeitig wirft man der Ethik vor, zu abstrakt zu sein, um im Alltag weiterzuhelfen,
nicht praktisch anwendbar zu sein, alles zu kompliziert und zu schwer zum machen, so dass die Menschen sich schlecht, schuldig und unvollkommen fühlen, angesichts der perfekten, idealen Forderungen, wie man zu leben hätte.
In diesem Spannungsfeld will das Kolibri-Ethos Grundbegriffe und Grundregeln beschreiben und
diese bis hin zu praktischen Alltagshilfen auslegen.
Sätze wie “Tue das Gute” sind zwar schön und richtig, aber wie können sie befolgt werden und wie kann für diesen Weg ein sicherer Beitrag geleistet werden? So fragt beispielsweise Victor Brod in seinem Buch “Die Ich-Du-Beziehung als Erfahrungsgrundlage der Ethik” Im wirklichen Leben führen allgemeine ethische Sätze oft zu Widersprüchen. Was dem einen gut tut, tut dem andren weh. Das Entfalten des einen stellt den anderen in den Schatten.
Das Kolibri-Ethos versucht durch eine Vernetzung der Begriffe, durch ein sich gegenseitiges Auslegen und Begrenzen, durch die Betonung der konkreten Situation hier und der Ideale bzw. der idealen Werte dort einen sich ausrichtenden Weg zu finden, oder zumindest den Einzelnen zu schulen sicherere Wege durch all diese Spannungsfelder und Widersprüche zu finden.
Dabei tritt das Bewerten, Verurteilen, das Jammern über all die Probleme in den Hintergrund.
Wichtig ist es den nächsten Schritt in Richtung seiner Träume zu gehen und die Träume immer klarer, konkreter, wirklicher zu träumen, bis sie die Wirklichkeit berühren und verzaubern!
Wichtig ist es, die Energie der realitätsgenauen Kritik in eine kleine genauso reale Verbesserung umzuwandeln.

Im Alltag muss ich auch nicht in jedem Moment genau wissen, wo ich stehe, wo gut, wo böse, wo vor und wo zurück ist.
Im Sturm weiß der Kapitän das auch nicht. Er versucht nur zu überleben, sein Schiff zu retten und erst nach dem Sturm festzustellen, wie weit er vom Kurs abgekommen ist und wie es weitergehen kann.


Wichtige ethische Ansätze, Grundbegriffe und Erkenntnisse


Ethische Kurzfassungen und Ethostexte aus verschiedenen Zeiten und Kulturen

neu gefunden: “Weltethos auf Sparflamme” in “Ist ein Ethos der Religionen möglich?” ein Basisethos der jüdischen Historikerin und Religionswissenschaftlerin Ruth Lapide. (Text unten)


Ethische Weltanschauungen und Religionen

Reicht eine Ethik als Weltanschauung, als Weltsicht aus und gibt es Religionen, die die Ethik oder ein Ethos in den Mittelpunkt stellen, neben oder gar über religiöse Aussagen?


Weltethos und Kolibri-Ethos

Das Kolibri-Ethos teilt die Grundüberzeugungen des Weltethos-Projekts:
(zitiert nach Wikipedia:)

  • Kein Zusammenleben auf unserem Globus ohne ein globales Ethos
  • Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen
  • Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen
  • Kein Dialog zwischen den Religionen und Kulturen ohne Grundlagenforschung
  • Kein globales Ethos ohne Bewusstseinswandel von Religiösen und Nicht-Religiösen

Das Kolibri-Ethos ist eine Auslegung der vier Leitsätze der Erklärung zum Weltethos von 1993 in Chicago.
Dort trafen sich Vertreter vieler verschiedener Religionen, um ein Regelwerk zusammenzustellen,
das die Menschenrechtserklärung von 1948 ethisch begründen sollte.

  • Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben
  • Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung
  • Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit
  • Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau

Die Grundforderung lautet: Jeder Mensch muss menschlich behandelt werden!


Die Kritik am Weltethos

Bei Wikipedia werden drei Kritikpunkte am Weltethosprojekt zusammengefasst:
“Es wird bemängelt, das Projekt Weltethos entstamme (wie auch die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen) westlich-christlichem Denken und sei daher nur der Ausdruck fortgesetzter Dominanz der abendländischen Kultur gegenüber anderen Kulturkreisen.

Des Weiteren wird die zentrale Rolle des Humanum in der Erklärung zum Weltethos kritisiert, das in vielen Religionen gar nicht entscheidend sei; so sei beispielsweise das Christentum eine Religion der Nachfolge Jesu, der Islam das System einer nicht-anthropozentrischen Theonomie schlechthin und der Hinduismus das leuchtende Beispiel einer Religion, in der es a priori keine Gleichrangigkeit unter den Menschen gibt.

Andere kritische Stimmen befürchten, dass durch die Stärkung eines weltweiten Ethos die einzelnen Religionen an Rückhalt verlieren und somit auch „echtes“, gewachsenes und kulturspezifisches geistiges Gut dem Untergang preisgegeben sei. Schließlich kann man am Projekt Weltethos mit einiger Berechtigung die Unterrepräsentanz indigener Völker und deren Weltsicht diagnostizieren: So finden etwa Landrechte, die für schriftlose Ethnien verschiedener Kontinente einen unverzichtbaren Bestandteil ihres Weltbildes und ihrer Würde als Menschen darstellen, in der Erklärung zum Weltethos keinen Widerhall.”
In einer weiteren dort aufgeführten Arbeit wird besonders die Dialogfähigkeit des Weltethosansatzes kritisiert und eine grundsätzliche Intoleranz im Dialogansatz nachgewiesen: (Siehe: Intolerante Toleranz - Küngs Weltethos von Dr. Heinzpeter Hempelmann )

Alle diese Kritikpunkte lassen sich auch auf das Kolibri-Ethos übertragen und durch weitere ergänzen.
Daher ist eine entsprechende Auseinandersetzung auch für das Kolibri-Ethos wichtig und hilfreich!

Zu 1:) “Ausdruck fortgesetzter Dominanz der abendländischen Kultur gegenüber anderen Kulturkreisen”
Natürlich ist das Kolibri-Ethos nicht kulturlos, nicht sprachlos, nicht geschichtslos. Es zeigt offen seine Wurzeln in der deutschen Sprache, im abendländischen Denken, in der “modernen” Zeit, …
Daher ist es nicht so einfach zu übersetzen oder in einem anderen Kulturkreis anzuwenden. Als Lösung kann man inspiriert vom Kolibri-Ethos entsprechende Verdichtungen ethischer Wegweiser und “Rechtleitungen” für andere Sprachen und Kulturkreise verfassen. Ebenso kann man das Kolibri-Ethos um wenige Regeln, Grundbegriffe oder Hinweise ergänzen, um in anderen Kulturen wichtige Themen explizit einzuschließen. Es ist offen für Erweiterungen oder für einen Dialog verschiedener ethischer Verdichtungen. Wichtig ist jedoch, dass dieser Dialog geführt wird und jeder seine Verdichtung, seine Erweiterung und seine Auslegung zur Diskussion stellt und zeigt, wie sie sich in der Realität bewährt. Der Dominanz der “abendländischen Kultur”, so es diese noch so gibt, kann einerseits ein Kennenlernen und Verstehen anderer Denkwelten und Weltvorstellungen gegenüber gestellt werden. Begegnung meint genau dieses: Ein mich infragestellendes, mich veränderndes Erkennen des Anderen, das von mir auch einen diskutierbaren Standpunkt und Standfestigkeit erwartet.
Die Dominanz der “abendländischen Kultur” äußert sich allerdings mehr in Wirtschafts-, Macht- und Medienstrukturen. Diese sind nur langsam zu verändern und ändern sich nicht immer zum Positiven. Vielleicht kann man hier ein weltweites Netz der kleinen Leute (siehe Organisation) diesen Mächten gegenüberstellen, das wie ein Nervensystem schnell erkennt, wie und wo Macht zur Zerstörung, zu Kriegen und Unterdrückung führt.

Zu 2:) “die zentrale Rolle des Humanum”
Der Mensch kann sein Menschsein nicht verleugnen und ablegen, auch wenn Religionen ihre menschliche Seite gerne verstecken und gerne nur reine klare Offenbarungen, heilige eifrige Nachfolger oder sich willig einordnende Gläubige hätten. Bereits der Dualismus von wahr und falsch ist eine Verzerrung der Wirklichkeit. Jede Religion ist in sich fehlerhaft, widersprüchlich, traditionsgebunden, menschlich, vieldeutig, zerstritten, …
Verbesserungsbedürftig sind daher alle Religionen und all unsere Ethik, unser ethisches Handeln, Auslegen und Bewusst-Sein. Daher gibt es auch das reine göttliche klare überzeitliche einfach zu realisierende gemeinsame weltweite Humanum nicht.
Wir können nur von unseren schrecklichen Fehlern heute und unseren immensen Problemen ausgehen und ein Humanum als hilfreiches Ideal suchen, dass uns menschlicher macht in unserem Fühlen, Planen und Handeln.
Liebe, Heiliges, Selbstverwirklichung, Gemeinschaft, Leben, … und viele andere grundlegenden Begriffe der Menschheit werden je nach Kultur, Zeit und Religion anders auch widersprüchlich gefüllt. Jeder ist aufgerufen seine Auslegung zu verbessern, damit sie ehrlicher, klarer, lebbarer und menschlicher wird und nicht dieser Welt und ihrer Zukunft schadet.

3.) Kann das Kolibri-Ethos zur Kulturzerstörung über die Entmachtung von Religionen führen?
Es ist wirklich die Frage, ob es den Gegensatz Ethik und Religion so gibt. Jede religiöse Richtung hat eigene ethische Schwerpunkte. Ethik steht zwar nicht im Mittelpunkt der Glaubensbekenntnisse und Hauptrituale, ist aber vielfältig aus diesen ableitbar. Es kann und es muss Diskussionen geben, inwieweit das Kolibri-Ethos mit religiösen Aussagen vereinbar ist (fundamentalistischen, universalistischen, dualistischen oder anthropozentrischen). Das Kolibri-Ethos kann zur Verbreitung kritischer Gedanken gegen einzelne Religionen oder genauer gegen einzelne Richtungen dieser Religionen beitragen. Anderseits will es die Vielfalt bewahren und Leistungen würdigen. Daher kann es auch extremere Richtungen, sofern diese sich in die Vielfalt einordnen, die Menschenrechte wahren und die Arche Erde schützen, stehen lassen.
Anders als das Weltethos, versucht das Kolibri-Ethos nicht einen gemeinsamen Nenner zu finden, sondern in Diskussion zu treten. Es ist ganz natürlich und normal, dass es in seinen Aussagen und Leitlinien von vielen nicht akzeptiert werden kann. Man muss die Weite der Verständigungsfähigkeit ausloten und hoffen, dass sich diese mit der Zeit vergrößert.

4.) Aus intoleranter Toleranz heraus wird die Aufgabe des Wahrheitsanspruchs gefordert.
Ein Wahrheitsanspruch lässt sich natürlich nicht privatisieren, er muss aber zumindest ordentlich belegt werden, mit mehr als Zirkelargumenten, Selbstlob, Diffamierungen, Verteufelungen, Einschüchterungen und Machtansprüchen.
Verhindert der Wahrheitsanspruch den Dialog, weil er sich nicht in Frage stellen lässt, ist das auch nicht sehr tolerant.
Hinter unserem Wahrheitsbewußtsein steckt oft ein mystisches Ahnen, ein Spüren der Nähe tiefer Wahrheiten, ohne dass wir diese klar oder ganz erfassen oder ausdrücken können.
Das Kolibri-Ethos ist zu auslegbar und zu persönlich, um einen Wahrheitsanspruch im Sinne einer göttlichen Offenbarung oder einer fundierten, oft geprüften Philosophie zu vertreten.
Trotz dieser schwachen Position ist es nicht bereit einer “göttlichen” Offenbarung zu weichen, wenn diese menschliches göttlich nennt und zu keiner Selbstkritik, keiner Selbstkorrektur oder nicht zur Übernahme von geschichtlicher Verantwortung bereit ist.



Zitat aus
https://web.archive.org/web/20090428120441/http://www.religionslehrer.lu/spiritualitaet/Lapide_Ruth.htm#3
“Für ihr Ethos, ein „Weltethos auf Sparflamme“, hat sie als Leitfaden die Zehn Gebote und die Bergpredigt gewählt. Als weitere Grundlagen ihres Ethos gab sie die in der Genesis verankerte Gleichwertigkeit von Mann und Frau an, den Anspruch auf Ruhe für alle (Sabbat!), die Grundrechte auf Nahrung, Gesundheit, Glaubens-, Bewegungs- und Lernfreiheit sowie das Recht auf Heimat. Aufgrund ihrer persönlichen Leidensbiographie setzt sie sich, mit all ihrer Kraft, dafür ein, dass die Menschen überall diese Rechte bekommen und dass Verständigung unter den Menschen und Versöhnung zwischen den Religionen Wirklichkeit werden.

Im Blick auf diese Versöhnung und im Blick auf eine politische Lösung im jüdisch-palästinensischen Konflikt stellt sie der Gewalt fünf alte Tugenden entgegen, die ganz allgemein als Basis für gute zwischenmenschliche Beziehungen gelten dürfen:

    Konfliktfähigkeit
    Dialogbereitschaft
    Kompromisswille
    Einfühlsamkeit
    Geduld.

Frau Lapide betonte, dass niemand auf seine Ideale verzichten müsste, dass aber nur Kompromisse ein Zusammenleben ermöglichen. Wichtig sei es auch, sich in den anderen hineinzuversetzen, um zu erfahren, wie weit man gehen darf, denn man dürfe nie eine Selbstaufgabe vom anderen fordern. Sich und anderen Zeit lassen, das sei ein weiterer wichtiger Punkt, der besonders im Konflikt um Jerusalem zu beachten sei. Zum Vergleich verwies die Historikerin auf den Jahrhunderte dauernden und oft blutig ausgefochtenen Kampf um Elsass-Lothringen.

„Mein Weg“, sagte Ruth Lapide, „sind diese fünf alten Tugenden. Zudem weiß ich: Jede Wahrheit hat drei Seiten. Deine Seite! Meine Seite! Die richtige Seite, und die haben wir häufig gar nicht!“”


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( Letzte Änderung am 10.01.2013 )
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