Themenliste
Müll aufräumen
Einführung:
Welchen Müll muss die Menschheit, unser Volk, unsere Stadt, wir selbst aktuell aufräumen?
Warum verdrängen wir da soviel und produzieren lieber neuen!
Was ist mit Asse II oder mit den Resten des zweiten Weltkriegs in der Ostsee?
Wer macht die Arbeit und wer zahlt?
Wer kann weitere Beispiele nennen, die zu vergessen drohen?
Das Problem des Aufräumens
Über das Netz läßt sich schnell eine Liste von interessanten Beispielen zu diesem Problem des Aufräumens erstellen.
Einteilen kann man das Thema in:
Aufräumen von gefährlichem Müll
nach Kriegen, nach Umweltkatastrophen, aus Produktionsabfällen, nach illegaler Entsorgung, …
A. Kriege in Europa: 2. Weltkrieg, Jugoslavien, Kalter Krieg
KriegsMülllagerstätten dieser Kriege z.B. Schacht Riedel (Munition)
http://www.bundhannover.de/fileadmin/user_upload/publikationen/Rundbrief_44_2005.pdf
Munitionsverkappung in der Ostsee
Zerstörung von Chemiefabriken in Jugoslawien durch die Nato: http://www.friwe.at/jugoslawien/krieg/vernichtung/bombs.htm
Übungsmunition und Militärlager in Ost und West
B. Produktionsmülllagerstätten:
Atommüll in dem vom Einsturz und Oberflächenwasserflutung bedrohten ehemaligen Salzbergwerk Asse II: http://www.aufpassen.org/informationen%20zur%20asse.html
http://www.aufpassen.org/fachtagung05/garms-babke.html
Atommüll in weitere teils ähnlich gefährdeten Atommüllendlager
Atommüllverkappung in den Weltmeeren
Nach Afrika verschiffter Sondermüll
Im kleinen kann man die vielen wilden Deponien nennen, die das Grundwasser bedrohen.
Wichtig ist auch das Thema Rückbau von Städten und überflüssigen Straßen.
Das Grundproblem dahinter ist, dass es toll ist etwas zu leisten, einen Krieg zu führen, Produktion hoch zu ziehen, etwas aufzubauen, …
Hier fließen Investitionen und Gewinne, aber die Müllarbeiter sind nicht anerkannt. Die Kosten hier will niemand bezahlen. Man macht sich aus dem Staub, geht in Konkurs, vertuscht, vergisst, …
Gerade die gefährlichen Abfälle sind im Nachhinein kaum mehr zu entsorgen. (Weißrussland und Tschernobyl)
Green Cross International
Vor einiger Zeit habe ich schon von Green Cross International gehört, die sich um Altlasten von Kriegen und Katastrophen kümmern.
http://de.wikipedia.org/wiki/Green_Cross_Schweiz
http://www.greencross.ch/de/hauptseite.html
Hier finden sich viele gute Infos, wie man zB versucht in verstrahlten Gebieten in Weißrussland zu leben.
Gerade die deutschen Beispiele Asse und Riedel, bei denen mit viel Geld und Fachwissen für eine Begrenzung der Schäden gekämpft wird, zeigen, dass auch reiche Länder beim Aufräumen schnell an ihre Grenzen stoßen.
Derzeit überlege ich noch, ob auch die Traumatisierungen durch Katastrophen, Kriege oder Verseuchungen dazu genommen werden müssen. Hier geht es um die Heilung von psychischen Wunden. Auch diese Schäden wirken noch lange Jahre in den Völkern nach und sind schwer oder gar nicht “auf- oder wegzuräumen”.
HH — 03 August 2007, 18:09
Müllverwertung in Deutschland
Der Spiegel hat heute dargestellt, wie auch im Sauberland Deutschland die Müllprobleme kaum in den Griff zu bekommen sind! (www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,497823,00.html )
Sonst habe ich immer gehört, dass es technisch möglich ist, Restmüll perfekt zu sortieren und alle Wertstoffe ohne gelben Sack und Mülltrennung herauszuholen. Jetzt heißt es, dass das System gescheitert ist. Die Anlagen werden aufgegeben und 40 neue Müllverbrennungsanlagen gebaut.
1 kg Hausmüll pro Person und Tag muss doch nicht sein und wenn müsste man doch davon über 90% wiederverwerten können? (24 Millionen Tonnen pro Jahr in Dtl.)
Milliarden für die Entsorgung der Giftmunition des 2. Weltkriegs und des kalten Kriegs
Zum Problem der Entsorgung militärischer Altlasten, tausender Tonnen Giftgasmunition usw. investiert Russland derzeit Milliarden und auch Deutschland unterstützt mit Millionen und liefert die Roboter und spezielle Verbrennungsanlagen. Näheres hier:
www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,560211,00.html
(Siehe dazu auch die Kritik an der mangelhaften Absicherung amerikanischer Atomwaffen in Europa)
Das “Forschungsbergwerk” Asse II (oder ist es doch ein Endlager?) scheint inzwischen doch Probleme zu machen.
Ein Krisentreffen auf höchster Ebene verheißt nichts gutes. Dass dort “vor allem schwach- und mittelradioaktiver Abfall aus Kliniken und Labors” lagert, wie in dem Spiegelartikel erwähnt, klingt mehr nach einer Verschleierung der Tatsache, dass 20% aus Kernkraftwerken und der größte strahlende Teil aus der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe stammt, neben dem Material aus der Kernforschungsanlage Jülich. (Quelle: aufpASSEn.org nach GSF-Unterlagen)
Und ob die Salzlauge im einsturzgefährdeten Asse II nicht ein Zeichen ist, dass der Salzstock irgendwann absäuft, wie Asse I????
Selbst die Betreibergesellschaft stellt auf ihrer Website in der gemeinsamen Pressemitteilung mit den Umweltministerien fest:
“… Voraussichtlich wird es in der Asse auch weiterhin zu Bewegungen im Deckgebirge aufgrund der noch großen offenen Hohlräume in der Asse kommen. Deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass der seit 1988 existierende Salzlösungszutritt von jetzt etwa 12 Kubikmeter pro Tag in Zukunft erheblich ansteigt und dann nicht mehr aufgefangen und kontrolliert werden kann. Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Anstieg ist zwar gering, wächst aber, solange die zurzeit stattfindende Bewegung des Deckgebirges nicht deutlich reduziert wird. Ein nicht mehr kontrollierbarer Lösungszutritt könnte zu einer begrenzten Mobilisierung von Schadstoffen führen.
BMU, BMBF und NMU befürworten deshalb folgende fünf Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und zur Minimierung von Risiken:
1. Das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) erstellt bis
spätestens Mai 2008 eine Störfallanalyse, die auch den Fall eines rasch
ansteigenden Lösungszutrittes in der jetzigen Betriebsphase betrachtet.
…”
Von den Ingenieuren wird die Lage sehr präzise analysiert. Der entsprechende Bericht ist wirklich lesenswert! Neben vielem anderem Material der Betreibergesellschaft und einiger Kritiker. Beide Seiten sehen die Probleme, können sich aber nicht auf eine wirkliche Lösung einigen. Diese ist auch in der Tat schwierig und zeigt die Dimension der Atommüllprobleme schon bei diesen relativ geringen Mengen (89.000 Tonnen Atommüll mit 102 Tonnen reinem Uran, …., 11,6 kg Plutonium) auf.
Das Deckengebirge drückt auf die Bergwerksgewölbe, deren tragende Strukturen schon länger nachgeben und deutliche Risse aufweisen. Im Deckengebirge bilden sich Verwerfungen, an denen entlang Wasser in die Tiefe dringt. Der Atommüll ist verfüllt und nicht offen gelagert. Die Fässer halten nicht viel oder sind in Einzelfällen möglicherweise bereits beschädigt (Gabelstaplerunfall 1973). Wie kann da die Bildung eines mobilen Gemisches verhindert werden?
Ob die extremeren Aussagen bei ngo-online.de vom 12.06.20008 stimmen, wird die Zukunft zeigen:
“Am 29. Mai hätten die Kritiker Berechnungen des Bundesamtes für Strahlenschutz vom September 2007 veröffentlicht, wonach es bereits 150 Jahre nach der geplanten Flutung zu radioaktiven Ausgasungen komme. Den Berechnungen zufolge würden die radioaktiven Gase in so hohen Dosen entweichen, dass die Höchstwerte erwartungsgemäß um bis zu 400 Prozent überschritten werden.
In der vergangenen Woche sei ein Bericht des Betreibers vom Februar bekannt geworden, wonach es bereits Laugenzuflüsse im Bereich des Atommülls gebe. “
Schlusssatz aus diesem Artikel: “Die Gefahr ist doch, dass der Atommüll schneller zu uns zurück kommt als die Wahrheit.”
Noch zwei Ergänzungen zu Asse II:
In einem Spiegelartikel ist ein Besuch des Bergwerks beschrieben. Ausführlich sind dort auch die untersuchten Methoden der Endlagerung beschrieben.
Wichtig finde ich auch noch die Erkenntnis, das allein kosmische Katastrophen mit einem Vielfachen der Sprengkraft der Hiroschima-Atombombe häufiger sind (alle paar 100 Jahre!), als gedacht und aufgrund der inzwischen erreichten Dichte an gefährlichen End- und Zwischenlagern, Deponien, Atom- und Militäranlagen in den Sicherheitsbetrachtungen anderes bewertet werden müssen. (So eine Stelle muss nicht immer genau getroffen werden, Flutwellen oder Erdbeben an sonst erdbebensicheren Orten können auch viel Ärger machen, siehe die Umweltprobleme durch das letzte Erdbeben in China)
HH — 10 September 2008, 22:06
HH — 06 Februar 2010, 22:06
hh — 25 Februar 2010, 21:56
ww? — 28 Februar 2010, 16:09
ww? — 04 März 2010, 21:20
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